Die BayernLB hat ihre eigenen Erwartungen in den vergangenen Jahren regelmässig übertroffen. Das liegt unter anderem daran, dass Vorstandschef Stephan Winkelmeier zu Jahresbeginn routinemässig vorsichtige Prognosen abgibt. Für 2025 hatte Winkelmeier mehr als eine Milliarde Euro Vorsteuergewinn in Aussicht gestellt, am Ende war es dann mit knapp 1,4 Milliarden Euro deutlich über eine Milliarde. Eigentümer des Konzerns sind das Land Bayern und die bayerischen Sparkassen.
DKB verdient das meiste Geld
Den Grossteil dieses Vorsteuergewinns steuerte mit knapp 1,2 Milliarden Euro die DKB bei, mit 5,9 Millionen Kunden zweitgrösste deutsche Online-Bank nach der ING Diba. Der DKB-Vorstand kündigte bis 2030 Investitionen von einer halben Milliarde Euro in IT und Künstliche Intelligenz an, Ziel für 2030 sind 1,6 Milliarden Euro Vorsteuergewinn. «Wir treten nicht auf die Bremse, sondern erhöhen bewusst das Tempo», sagte DKB-Vorstandschef Sven Deglow.
Gelingen soll das durch vor allem durch einen Ausbau des Wertpapiergeschäfts. Die DKB hofft, die Zahl der Wertpapierdepots ihrer Kundschaft von derzeit rund 900.000 auf über zwei Millionen erhöhen zu können.
Münchner Mutterkonzern bleibt vorsichtig
Anders als die DKB hat die eigentliche BayernLB keine Privatkunden, sondern betreut ausschliesslich Unternehmen. Im Firmenkundengeschäft macht sich die anhaltende Konjunkturflaute bemerkbar. Die BayernLB erhöhte ihre Risikovorsorge für potenziell ausfallgefährdete Kredite beträchtlich, so dass der Vorsteuergewinn in diesem Bereich um fast 100 Millionen auf 140 MiIlionen Euro zurückging.
Auf der anderen Seite profitierte die BayernLB von der allmählichen Wiederbelebung des Immobiliengeschäfts, der Vorsteuergewinn legte um gut 100 MiIlionen auf 226 Millionen Euro zu.
Der Ausblick bleibt zurückhaltend. Für dieses Jahr stellte der BayernLB-Vorstand ein Vorsteuerergebnis zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Euro in Aussicht, wegen der unsicheren Weltlage wie schon in den vergangenen Jahren unter Vorbehalt./cho/DP/men
(AWP)
