Trump hatte die BBC im Dezember auf insgesamt zehn Milliarden Dollar verklagt. Hintergrund der Klage, die bei einem Gericht im US-Bundesstaat Florida einging, ist ein Streit um den Zusammenschnitt einer Rede Trumps vom 6. Januar 2021, den der Sender für die Sendung «Panorama» verwendet hatte. An diesem Tag war in der US-Hauptstadt Washington das Kapitol gewaltsam gestürmt worden. Ausgestrahlt wurde die Sendung kurz vor der US-Präsidentschaftswahl im November 2024.

Dem Sender zufolge fehlt dem Gericht in Florida die «persönliche Zuständigkeit» gegenüber der BBC. Der Gerichtsstand sei nicht zulässig, und Trump habe keine hinreichende Begründung für eine Klage dargelegt.

BBC: Keine Grundlage für Klage

In der Dokumentation hatte die BBC unterschiedliche Teile der Rede Trumps zusammengeschnitten und diesen Fehler später auch eingeräumt. Der Fall wurde als massgeblicher Grund für den Rücktritt von Senderchef Tim Davie und der fürs Nachrichtengeschäft verantwortlichen Journalistin Deborah Turness im November angegeben. Der US-Präsident warf der BBC vor, ihn in der Dokumentation «falsch und diffamierend» dargestellt zu haben. Der Sender habe «böswillig» versucht, seine Zuschauer zu täuschen.

Für eine Verleumdungsklage sah der Sender von Anfang an aus mehreren Gründen keine Grundlage. Nun argumentiert die BBC, dass Trump nicht - wie in der Klage dargelegt - habe nachweisen können, dass ihm die Sendung tatsächlich geschadet habe. Auch die Behauptung, die Sendung sei in den USA ausgestrahlt worden, sei falsch. Bei dem betroffenen Ausschnitt handle es sich zudem nur um 15 Sekunden einer einstündigen ausgewogenen Sendung./pba/DP/zb

(AWP)