Aus dem US-Aussenministerium verlautete, dass Massnahmen ergriffen werden sollen, «um eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten». Dazu gehörten etwa «die Bereitstellung von Echtzeitinformationen, Sicherheitshinweise und Koordinierungsmassnahmen».

Konkret soll das «Maritime Freedom Construct» nach Informationen aus dem Weissen Haus den Informationsaustausch unter den noch nicht genannten Alliierten ermöglichen und «diplomatische sowie wirtschaftliche Massnahmen abstimmen», um den Iran im Falle einer weiteren Blockade der Meerenge zu sanktionieren. Welche Länder genau teilnehmen sollen und ob etwa Deutschland angefragt wurde, war zunächst unklar. Das US-Militär solle unterdessen die Seeblockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, aufrechterhalten.

«WSJ»: Diplomatische oder militärische Rolle der Partner?

Das «Wall Street Journal» berichtete unter Berufung auf ein internes Memo, das an die US-Botschaften im Ausland verschickt worden sei, dass das «Maritime Freedom Construct» zwar keine militärische Koalition sei. Dennoch sollten die US-Diplomaten ihre jeweiligen Ansprechpartner fragen, ob sie in der neuen Allianz ein «diplomatischer und/oder militärischer Partner» sein möchten. Nach «WSJ»-Angaben soll das Bündnis eine Initiative des US-Aussenministeriums und des zuständigen US-Regionalkommandos (Centcom) sein.

In den vergangenen Wochen waren die Gespräche zwischen Washington und Teheran ins Stocken geraten. Nur wenige Informationen über Verhandlungen und Vermittlungsversuche waren zuletzt an die Öffentlichkeit gelangt. Es gilt weiterhin eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hatte. Die Pattsituation der Kriegsparteien in der Strasse von Hormus belastet derweil die Weltwirtschaft: Der Iran blockiert die Meerenge weitestgehend, die USA reagierten darauf mit einer eigenen Blockade. Rohstoffe gelangen kaum auf den Weltmarkt./ngu/DP/he

(AWP)