Belgiens Premierminister Bart de Wever gratulierte dem Militär auf X zu «der erfolgreichen Operation in dieser Nacht», ohne den Vorgang konkret zu benennen. Er dankte Frankreich und fügte hinzu: «Belgien wird das internationale Seerecht und die Sicherheit seiner Hoheitsgewässer wahren.»

Macron: Schwerer Schlag

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte die Festsetzung des Öltankers auf der Plattform X einen «schweren Schlag» gegen die Schattenflotte. «In der Nordsee haben unsere Hubschrauber der französischen Marine in der vergangenen Nacht zur Enterung eines unter internationalen Sanktionen stehenden Öltankers durch belgische Sicherheitskräfte beigetragen», schrieb er.

Die Europäer seien entschlossen, die Finanzierungsquellen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine durch die konsequente Durchsetzung der Sanktionen zu unterbinden.

Die Ukraine begrüsse das Vorgehen, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei X.

Die russische Botschaft in Brüssel erklärte, dass sie nicht offiziell über die Aufbringung des Öltankers Ethera und Gründe dafür benachrichtigt worden sei. Die Botschaft kläre derzeit, ob sich russische Staatsbürger an Bord befanden.

EU warnt vor Gefahren durch Schattenflotte

Mit Schattenflotte sind Tanker und andere Frachtschiffe gemeint, die Russland zur Vermeidung von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Frankreich schätzt die Grösse der Flotte mittlerweile auf 1.000 bis 1.200 Schiffe, wovon 650 bis 700 mit Sanktionen belegt sind.

Die EU warnt schon länger davor, dass Schiffe der Schattenflotte als Plattform für den Start von Drohnen für Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können.

(AWP)