«Ich habe meinen Leuten vor kurzem gesagt, sie bereiteten sich gerade auf die Abreise vor, und ich habe gesagt: »Nein, ihr werdet keinen 18-Stunden-Flug machen, um dorthin zu gehen«», zitierte Fox News den US-Präsidenten. Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand. «Sie können uns jederzeit anrufen, aber ihr werdet keine 18-Stunden-Flüge mehr machen, um herumzusitzen und über nichts zu reden», sagte Trump demnach.
Kurz zuvor hiess es aus pakistanischen Sicherheitskreisen, der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi sei wieder aus Islamabad abgereist, ohne US-Vertreter zu treffen.
Was eigentlich geplant war
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt hatte erst am Freitag angekündigt, dass Kushner und Witkoff am Samstagmorgen (Ortszeit Washington) nach Pakistan aufbrechen würden. Die Iraner hätten darum gebeten, persönlich zu sprechen, betonte sie.
Araghtschi war am Freitagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Aus dem Iran wurde die Darstellung des Weissen Hauses jedoch zurückgewiesen: Aussenamtssprecher Ismail Baghai sagte, es sei kein Treffen mit der amerikanischen Seite geplant - nur mit den pakistanischen Vermittlern werde gesprochen.
An diesem Samstag traf Araghtschi dann nach Angaben des Staatssenders Irib in Islamabad zunächst den pakistanischen Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, der eine Schlüsselrolle in den Vermittlungen zur Beilegung des Kriegs spielt. Später sprach Araghtschi auch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Shebaz Sharif, wie dessen Büro mitteilte.
Was die US-Absage bedeutet
Dass die US-Vertreter nun gar nicht erst anreisen, unterstreicht, wie schwierig allein das Zustandekommen diplomatischer Gespräche zwischen den USA und dem Iran aktuell ist.
Trump hatte am Dienstag einseitig die Waffenruhe mit dem Iran verlängert, ohne dabei ein klares Ende zu nennen. Kurz zuvor hatte der Iran einer Teilnahme an weiteren Verhandlungen in Pakistan eine Absage erteilt. Das Nachbarland des Irans vermittelt in dem Konflikt.
Verhandler der Konfliktparteien hatten sich in Islamabad vor zwei Wochen für eine erste direkte Gesprächsrunde getroffen - sie endete allerdings ohne Ergebnis. Zentrale Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran sind das iranische Atomprogramm und die Sperrung der Strasse von Hormus.
(AWP)
