Staatsbesuche werden anders als reguläre Arbeitsbesuche von besonderem protokollarischen Pomp begleitet, wie etwa einem Staatsbankett. Modi ist in Bidens Amtszeit erst der dritte ausländische Gast, dem diese Ehre zuteil wird. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war im vergangenen Dezember zu einem Staatsbesuch in die USA gereist. Ende April folgte Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol.
Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, hatte vorab gesagt, das Verhältnis zu Indien gehöre für die Vereinigten Staaten zu den bedeutsamsten bilateralen Beziehungen auf der Welt, nicht zuletzt wegen der gewachsenen Bedeutung des Landes auf der internationalen Bühne. Themen des Besuches seien etwa die Zusammenarbeit für die Sicherheit des indopazifischen Raumes sowie Kooperationen in den Bereichen Verteidigung, Technologie, Energie und Raumfahrt. Kirby betonte aber, auch schwierige Themen, etwa zu Menschenrechten, kämen zur Sprache. "Beim Staatsbesuch geht es nicht nur um den roten Teppich und ein grossartiges Essen."
Auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine soll nach Angaben des Weissen Hauses Thema sein. Indien hat hier bislang eine neutrale Haltung eingenommen, und ein Grossteil der indischen Militärausrüstung stammt aus Russland.
Die Aussenpolitik von Bidens Regierung hat einen grossen Fokus auf Asien und den indopazifischen Raum. Die USA sind bemüht, dem Machtstreben Chinas in der Region etwas entgegenzusetzen. Biden hat Partnerschaften in der Region deutlich forciert, unter anderem im sogenannten Quad-Bündnis mit Indien, Japan und Australien./jac/DP/jha