Zugleich stellte der iranische UN-Botschafter in Genf, Ali Bahreini, in Aussicht, dass es für bestimmte Güter Erleichterungen beim Transport durch die Meerenge geben könnte. Der Iran habe auf Ersuchen der Vereinten Nationen beschlossen, «die sichere Durchfahrt humanitärer Hilfslieferungen durch die Strasse von Hormus zu erleichtern und weiter zu beschleunigen», schrieb Bahreini auf X. «Die operativen Modalitäten für die Umsetzung werden zu gegebener Zeit mit den Vereinten Nationen endgültig festgelegt.»
Die UN hatten zuvor gewarnt, dass die Unterbrechung der Schifffahrt durch die Strasse von Hormus, wo Öl, Nahrungsmittel, Medikamente und Düngemittel blockiert sind, Hunger- und Gesundheitskrisen vor allem in ärmeren Ländern auslösen könnte. Es seien «sofortige Massnahmen erforderlich, um diese Folgen abzumildern», hiess es nun von den UN.
Umsetzung in Abstimmung mit relevanten Ländern
Dem Guterres-Sprecher zufolge soll eine Arbeitsgruppe zunächst Vorschläge entwickeln und vom Exekutivdirektor des Büros für Projektdienste (Unops), Jorge Moreira da Silva, geleitet werden. Die Umsetzung erfolge dann in enger Abstimmung mit den relevanten UN-Mitgliedstaaten. Vorbild sei unter anderem die Schwarzmeer-Initiative, über die damals ein Getreidekorridor im Ukraine-Krieg über das Schwarze Meer eingerichtet wurde. «Wir hoffen, dass alle involvierten Mitgliedsstaaten das unterstützen werden», sagte Guterres' Sprecher mit Blick auf den neuen Vorstoss.
Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf die Islamische Republik fordert der Iran Schiffe in der Meerenge per Funk auf, diese nicht zu passieren. Hunderte Tanker, Containerschiffe und Frachter hängen in der Region fest./apo/DP/jha
(AWP)
