Die Reduktion der Wochenarbeitszeit sei ein wichtiger Meilenstein, der in den Verhandlungen erreicht werden konnte, teilte die Gewerkschaft VPOD am Dienstag mit. Am Samstag erhalten die Mitarbeitenden zudem eine Zulage von 7.50 Franken pro Stunde. Bestehende Sonn-, Feiertags- und Nachtzulagen würden ab 2028 um 20 Prozent erhöht, heisst es in der Mitteilung.

Weitere Ergebnisse der Verhandlungen sind eine garantierte Lohnerhöhung von mindestens 0,5 Prozent für das Jahr 2027 und die Erhöhung der Lohntabelle im Minimum und im Maximum um 200 Franken. Die Verhandlungen dauerten laut Gewerkschaft mehrere Monate.

«Ausgewogene Lösung»

Die Swiss bewertet das Ergebnis positiv, die Verhandlungen empfand die Fluggesellschaft als konstruktiv, wie eine Mediensprecherin auf Anfrage sagte. «Sowohl seitens der Mitarbeitenden als auch seitens Swiss bestand das Bedürfnis, die bestehenden Regelungen an die heutigen Anforderungen anzupassen», so die Swiss.

Der neue Gesamtarbeitsvertrag (GAV) verbessere wichtige Anstellungsbedingungen für die Mitarbeitenden und schaffe gleichzeitig eine starke Grundlage, damit die Swiss langfristig erfolgreich bleibe. «Die deutliche Zustimmung zum neuen Gesamtarbeitsvertrag ist ein starkes Zeichen des Vertrauens und zeigt, dass wir gemeinsam mit unseren Sozialpartnern eine ausgewogene Lösung gefunden haben», lässt sich Swiss-CEO Jens Fehlinger in einer Mitteilung zitieren.

Hoffen auf Lohnverhandlungen

Laut VPOD leistet der neue GAV einen grossen Beitrag dazu, die Schichtarbeit des Bodenpersonals besser zu entschädigen. Wie Stefan Brülisauer vom VPOD gegenüber Keystone-SDA sagte, hätten sich einige Mitarbeitende eine noch deutlichere Erhöhung der Nacht- und Wochenendzulagen gewünscht. «Die Erhöhung um 20 Prozent und die Einführung der Samstagszulage waren dann der Kompromiss», sagte er.

Auch höhere Löhne seien von den Mitarbeitenden gefordert worden. Es gebe aber noch Hoffnung. «Im Herbst finden noch reguläre Lohnverhandlungen statt», so Brülisauer. Viele Mitarbeitenden hätten etwa die 42-Stunden-Woche nicht mehr als zeitgemäss empfunden. «Die Swiss war sich bewusst, dass Handlungsbedarf besteht, im Unterschied zu früheren Verhandlungen», sagte der Gewerkschafter.

Der neue GAV hat ab dem 1. Januar 2027 eine Laufzeit von fünf Jahren. Dem GAV unterstellt sind rund 1830 Mitarbeitende, wie die Swiss schrieb. Bisher galten Bedingungen, die während der Corona-Pandemie angepasst wurden. Ende 2027 wäre dieser GAV ausgelaufen. Neben dem VPOD waren auch die Gewerkschaft SEV-GATA und der Kaufmännische Verband Schweiz an den Verhandlungen beteiligt.

(AWP)