Auch 2025 lag Boeing noch weit hinter dem weltgrössten Flugzeugbauer Airbus , der trotz eines Rückschlags kurz vor Jahresende insgesamt 793 Passagierjets auslieferte. Bei den Bestellungen lag Boeing im vergangenen Jahr mit brutto 1.175 Maschinen hingegen vor seinem Konkurrenten aus Europa, der brutto auf genau 1.000 neu bestellte Maschinen kam. Auch nach Abzug von Stornierungen liess Boeing seinen Rivalen beim Auftragseingang hinter sich.

An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die Boeing-Aktie gewann am Dienstag merklich an Wert und lag zuletzt mit 2,7 Prozent im Plus bei 246,51 Dollar. Während die Airbus-Aktie am Nachmittag so teuer gehandelt wurde wie nie zuvor, ist die Boeing-Aktie von ihren Höchstständen von rund 446 Dollar aus dem März 2019 weit entfernt.

Denn seit den tödlichen Abstürzen zweier Mittelstreckenjets vom Typ 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 steckt Boeing in einer schweren Krise. Nach mehr als anderthalb Jahren Flugverbot für die Modellreihe dürfen die Maschinen dank technischer Verbesserungen zwar schon seit Herbst 2020 wieder starten, doch bei Boeing tauchten immer neue Qualitäts- und Produktionsmängel auf - auch bei anderen Modellen.

Nachdem eine 737 Max Anfang 2024 im Flug ein türgrosses Rumpfteil verlor, griffen die Behörden schliesslich durch. Boeing durfte die Produktion der Reihe seitdem vorerst nicht mehr ausweiten. Inzwischen wurden die Beschränkungen etwas gelockert. Insgesamt lieferte Boeing im vergangenen Jahr 440 Exemplare der 737 Max aus.

Die Finanzzahlen des vergangenen Jahres will Boeing erst am 27. Januar veröffentlichen. Nachdem der Konzern in den ersten neun Monaten bereits einen Fehlbetrag von fast sechs Milliarden US-Dollar (5,1 Mrd Euro) verbucht hatte, zeichnet sich für 2025 allerdings schon das siebte Verlustjahr in Folge ab.

Das liegt vor allem an einer weiteren Verzögerung beim modernisierten Grossraumjet 777X. Boeing hatte die Auslieferung des ersten Exemplars im Oktober auf das Jahr 2027 verschoben und dafür eine Belastung von fast fünf Milliarden Dollar verbucht. Der Jet liegt damit nun sieben Jahre hinter den ursprünglichen Plänen zurück.

Obgleich Boeing im vergangenen Jahr mehr Bestellungen hereinholte als Airbus, sitzt der europäische Hersteller auf einem weitaus dickeren Auftragsbuch. Ende 2025 lag Airbus' Auftragsbestand bei 8.754 Maschinen. Boeing kam auf 6.720 Jets - rund 2.000 weniger. Zieht man problemlos kündbare Bestellungen ab, waren es bei Boeing sogar nur 6.130 Stück./stw/err/men/nas

(AWP)