Aktien Frankfurt: Dax ist auf hohem Niveau kraftlos

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag nach seiner kleineren Vortagesrally kraftlos gezeigt. Der Dax machte zum "Hexensabbat" - also dem grossen Verfallstag an den Terminbörsen - seine Verluste bis zum Nachmittag zwar wett, für deutlichere Gewinne reichte es aber nicht. Zuletzt notierte das Börsenbarometer 0,04 Prozent im Plus bei 12 087,53 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg moderat.
17.03.2017 14:58

Bereits am Vortag waren die Gewinne nach einer zunächst sehr positiven Reaktion der Anleger auf den Wahlausgang in den Niederlanden sowie einer eher ruhigen Hand der US-Notenbank Fed abgebröckelt. Die Fed hatte nach der erwarteten Zinserhöhung signalisiert, bei weiteren Schritten umsichtig vorzugehen. Der Dax hatte daraufhin bei 12 156 Punkten den höchsten Stand seit April 2015 erklommen.

Mit Blick auf das Kursbild bleibe der Aufwärtstrend zwar intakt, das kurzfristige Potenzial erscheine aber begrenzt, erklärte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. So sei der Dax nahe ans obere Ende seiner kurzfristigen Trendspanne gestiegen.

Der Index der mittelgrossen Unternehmen MDax sank am Freitag indes um 0,28 Prozent auf 23 598,23 Punkte und für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,09 Prozent auf 1986,60 Zähler nach unten.

EON SAMMELT FRISCHES GELD EIN

Auf der Unternehmensseite stand eine Kapitalerhöhung des Energiekonzerns Eon im Fokus, dem nun etwa 1,35 Milliarden Euro in die Kasse fliessen. Trotz der Anteilsverwässerung legten die Papiere um mehr als 2 Prozent zu. Mit der nun erfolgten Bilanzaufbesserung sei einer der grössten Unsicherheitsfaktoren für die Aktie beseitigt, schrieb Analyst Peter Crampton von der australischen Bank Macquarie in einer Studie. Nun könne eine Erholung einsetzen.

Die Aktien der Lufthansa nahmen den Schwung vom Vortag mit und stiegen vorübergehend auf den höchsten Stand seit Mitte 2014. Zuletzt notierten sie noch rund 1 Prozent im Plus. Am gestrigen Donnerstag hatte die Fluggesellschaft mit ihrem Geschäftsausblick überzeugt. Fraport -Aktien kletterten um fast 4 Prozent nach oben. Analysten lobten den Ausblick des Flughafenbetreibers.

Für die Aktien des wegen eines Übernahmepokers im Fokus stehenden Arzneimittelherstellers Stada ging es hingegen um 0,77 Prozent auf 56,40 Euro nach unten. Das Unternehmen vertagte Gespräche mit interessierten Beteiligungsgesellschaften, da es die indikativen Gebote für zu niedrig hält. Aktuell stehen 58 Euro je Aktie im Raum. Analysten sehen allerdings nur bedingt Spielraum nach oben, da Beteiligungsgesellschaften in der Regel nicht bereit sind so tief in die Tasche zu greifen wie etwa strategische Investoren. Positiv kam bei den Anlegern eine Erhöhung der Wachstumsziele für 2019 an. Der Aktien verringerten daraufhin ihr Minus.

FRANKREICHS FINANZSTAATSANWÄLTE ERMITTELN GEGEN AIRBUS

Dem Flugzeugbauer Airbus droht derweil weiteres Ungemach durch die Behörden. Nach der britischen Anti-Korruptionsbehörde Serious Fraud Office (SFO) nahm nun auch die französische Finanzstaatsanwaltschaft Vorermittlungen auf. Airbus zufolge geht es dabei um dieselben Vorwürfe. Es soll nach Angaben vom August 2016 "Betrug, Bestechung und Korruption" bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte von Airbus gegeben haben. Die Vorwürfe beträfen Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit Beratern einer "dritten Partei". Die Airbus-Anteilsscheine fielen um 0,86 Prozent.

Im Dax zählten die Aktien der Autobauer angesichts der jüngsten Kursgewinne des Euro zu den grössten Verlierern. Ein starker Euro kann die Geschäfte exportorientierter Unternehmen belasten. Die Aktien von Daimler , BMW und Volkswagen gaben zwischen 0,3 Prozent und etwa anderthalb Prozent nach.

EUROKURS STEIGT

Für einen Euro mussten zuletzt 1,0741 US-Dollar gezahlt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,0726 (Mittwoch: 1,0622) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9323 (0,9414) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,16 Prozent am Vortag auf 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,23 Prozent auf 141,32 Punkte nach. Der richtungweisende Bund Future gewann um 0,25 Prozent auf 159,62 Punkte./mis/stb

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

(AWP)