Aktien Frankfurt: Euro und Hoffnung auf Trumps Steuerpläne stützen

Auf den höchsten Stand seit Ende Juni ist der Dax zur Wochenmitte gestiegen. Der deutsche Leitindex legte am Mittag um 0,45 Prozent auf 12 661,66 Punkte zu. Rückenwind für die Aktien kam vom Euro, der die Verluste der vergangenen Tage noch ausweitete. Mit 1,1731 Dollar fiel die Gemeinschaftswährung auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Monat.
27.09.2017 14:48

Möglicherweise positionieren sich Anleger aber auch schon für Neues aus den USA. Medienberichten zufolge will US-Präsident Donald Trump an diesem Mittwoch seine lange erwarteten Steuerpläne vorlegen. Demnach will Trump vor allem Unternehmen deutlich entlasten.

STEUERPLÄNE KÖNNEN NEUE RALLY EINLÄUTEN

Zwar sei der Weg bis zu ihrer Realisierung noch lang, merkte Milan Cutkovic von AxiTrader zu den Plänen Trumps an. Immerhin beschäftige sich der Präsident in den vergangenen Wochen jedoch wieder deutlich mehr mit diesem Projekt. "Sollten die Anleger von Trumps Plan überzeugt werden, könnte dies die Fortsetzung der Rally einleiten. Auch der DAX würde davon profitieren", schrieb der Analyst in einem Marktkommentar.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgrosser Konzerne vertreten sind, handelte 0,03 Prozent niedriger auf 25 672,61 Punkte. Der Index stand im Tageshoch kurz vor einem neuen Rekordhoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,30 Prozent auf 2393,59 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,50 Prozent auf 3553,63 Punkte.

ZUGFUSION TREIBT SIEMENS AUF ZWEIMONATSHOCH

Aktien von Siemens zählten zu den grössten Gewinnern im Dax. Mit einem Plus von 1,6 Prozent stiegen sie auf den höchsten Stand seit zwei Monaten. Der geplante europäische Zugriese aus Alstom und der Bahnsparte von Siemens soll in den kommenden Jahren deutlich mehr Gewinn abwerfen als bisher. An der Pariser Börse zogen Alstom sogar um 5,6 Prozent an. Analysten äusserten sich überwiegend lobend zu dem Deal.

Gefragt waren Aktien von Banken. Deutsche Bank legten um 1,8 Prozent zu und Commerzbank um 2,2 Prozent. In der zweiten Reihe stiegen auch Deutsche Pfandbriefbank und Aareal Bank . Ein Händler führte die Kursgewinne auf wieder steigende Renditen an den Kapitalmärkten zurück. Damit könnten sich die Erträge der Geldhäuser im Anleihegeschäft stabilisieren, nachdem die Zinsen zuletzt stark unter Druck geraten waren.

BEI HELLA NEHMEN ANLEGER GEWINNE MIT

Daneben sorgten einmal mehr Analystenkommentare für Bewegung. Eine Kaufempfehlung der Investmentbank Jefferies für HeidelbergCement sorgte für ein Kursplus der Aktie von 2,1 Prozent und den Spitzenplatz im Dax. Zudem legten BMW um 0,6 Prozent zu, gestützt von einer Empfehlung des Analysehauses MainFirst.

Die Papiere des Automobilzulieferers Hella gaben um 3,4 Prozent nach. Das Unternehmen hat im ersten Geschäftsquartal mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen verfehlt. Der Kurs war zuletzt stark gestiegen und zählte zu den Favoriten von Börsianern.

VERBIO BRECHEN EIN UND BELASTEN CROPENERGIES UND SÜDZUCKER

Nach einer enttäuschenden Gewinnprognose des Biokraftstoffherstellers Verbio brach der Aktienkurs um mehr als 20 Prozent ein. In ihrem Sog verloren auch die Papiere von CropEnergies 1 Prozent und die Aktien des Mutterkonzerns Südzucker 2,2 Prozent.

Papiere von GFT Technologies verloren 3,4 Prozent. Händlern zufolge hat die Bank Kepler Cheuvreux die Bewertung der Aktien des IT-Dienstleisters für die Finanzbranche mit "Reduzieren" aufgenommen. Eine Kaufempfehlung der Baader Bank liess den Kurs von Telefonica Deutschland um 1,3 Prozent steigen.

RENDITEN STEIGEN

Am Rentenmarkt stieg am Mittwoch die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Vortag auf 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex ging um 0,26 Prozent auf 141,10 Punkte zurück. Der Bund-Future handelte 0,46 Prozent niedriger auf 161,00 Punkte./bek/jha/

(AWP)