Aktien Frankfurt: Verluste vor Grundsatzrede von Theresa May zum Brexit

Die Brexit-Sorgen haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder fest im Griff. Der Dax weitete seine zu Wochenbeginn erlittenen Verluste aus und fiel gegen Dienstagmittag um 0,82 Prozent auf 11 459,79 Punkte. Beim Leitindex der Eurozone, dem EuroStoxx 50 , stand ein Minus von 0,58 Prozent.
17.01.2017 11:58

Die britische Premierministerin Theresa May wird voraussichtlich gegen 12.45 Uhr in einer Grundsatzrede ihre Brexit-Pläne vorstellen. Britische Medien erwarten einen klaren Bruch mit der Europäischen Union, einen sogenannten harten Brexit. Entsprechend nervös sind die Anleger.

ANALYST: BREXIT IST NOCH NICHT ABGEHAKT

"Es war nur eine Frage der Zeit, wann das Thema Brexit die Börsen wieder einholen wird", schrieb Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Die Anleger hätten die Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union im Sommer vergangenen Jahres zwar schnell verdrängt, aber abgehakt sei das Thema damit noch lange nicht. Das werde an diesem Dienstag deutlich, an dem May ihre konkreten Pläne für diesen historischen Schritt erläutern wolle.

Hierzulande ging es für den MDax , der die Aktien mittelgrosser Unternehmen repräsentiert, um 0,75 Prozent auf 22 360,56 Zähler nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,56 Prozent auf 1839,06 Punkte nach.

GEWINNMITNAHMEN BEI BEIERSDORF

Im Dax knüpften die Aktien von BMW , Daimler und Volkswagen an ihre Vortagesverluste an und fielen um jeweils mehr als 1 Prozent. Sie hatten bereits zu Wochenbeginn unter den Verbalattacken des designierten US-Präsidenten Donald Trump gegen deutsche Autobauer gelitten.

Die Aktien von Beiersdorf büssten anfängliche Gewinne ein und gaben zuletzt leicht nach. Der Konsumgüterproduzent hatte 2016 von gut laufenden Geschäften mit seinen Marken Nivea oder Eucerin profitiert. Analysten hoben vor allem die überraschend hohen Umsätze der Klebstoffsparte Tesa im vierten Quartal positiv hervor. Börsianern zufolge machten Anleger nach den erfreulichen Nachrichten nun Kasse.

An der Dax-Spitze erholten sich die Anteilsscheine der Lufthansa von ihren jüngsten Verlusten und stiegen um mehr als 6 Prozent. Die Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi erwägt laut einem Pressebericht im Zuge einer Branchenkonsolidierung eine Beteiligung an dem Kranich-Konzern. Wie die italienische Zeitung "Il Messaggero" ohne nähere Quellenangabe berichtete, könnte Etihad im Zuge einer privaten Kapitalerhöhung einen Anteil von 30 bis 40 Prozent an der deutschen Fluggesellschaft erhalten. Ein Lufthansa-Sprecher wollte auf Anfrage keinen Kommentar dazu abgeben. Zuletzt hatte es bereits Anzeichen für eine mögliche engere Zusammenarbeit zwischen Etihad und der Lufthansa gegeben.

ZALANDO UND WACKER CHEMIE UNTER DRUCK

Für die Anteilsscheine von Zalando ging es am MDax-Ende um mehr als 4 Prozent nach unten. Die vorläufigen Geschäftszahlen des Online-Modehändlers hätten zwar alles in allem die hohen Erwartungen erfüllt, sagte ein Händler. Nach dem zuletzt guten Lauf seien die Papiere aber reif für Gewinnmitnahmen.

Zweitschwächster Wert im Index der mittelgrossen Werte waren die Anteilsscheine von Wacker Chemie mit einem Minus von knapp 4 Prozent. Die Deutsche Bank hatte ihre Kaufempfehlung für die Aktien gestrichen. Die Wachstumsaussichten seien bereits im Kurs berücksichtigt, schrieb Analystin Nizla Naizer./la/fbr

(AWP)