Aareal-Bank-Chef länger krank als gedacht - Suche nach Nachfolger

(Ausführliche Fassung zu Meldung vom Samstag) - Die Aareal Bank muss noch länger auf ihren erkrankten Chef verzichten als erwartet. Ob und wann Hermann Merkens seine Aufgaben wieder aufnehmen kann, sei derzeit nicht sicher absehbar, teilte der Immobilienfinanzierer am Freitagabend in Wiesbaden mit. Der Aufsichtsrat treibe die Suche nach einem möglichen Nachfolger nun vorsorglich verstärkt voran, erklärte die Aufsichtsratschefin Marija Korsch. Am 8. November hatte es geheissen, dass Merkens aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich drei bis vier Monate lang ausfallen werde. Dieser Zeitraum wurde nun überschritten.
15.03.2021 10:19

An der Börse ging es für die Aareal-Aktie am Montagvormittag abwärts. Mit einem Minus von 1,28 Prozent auf 23,04 Euro zählte sie zu den grössten Verlierern im MDax , dem Index der mittelgrossen Werte. Allerdings hatte das Papiere am Freitag - vor Bekanntwerden von Merkens verlängerter Auszeit - auch um fast fünf Prozent zugelegt und war dabei an der chartechnischen Hürde um die 23,50 bis 24,00 Euro gescheitert.

"Der Aufsichtsrat bedauert es sehr, dass die Genesung unseres Vorstandsvorsitzenden mehr Zeit in Anspruch nimmt", sagte Korsch der Mitteilung zufolge. Das Gremium stehe weiterhin zu Merkens und hoffe, die Zusammenarbeit mit ihm fortsetzen zu können.

Seit Beginn von Merkens Abwesenheit haben die übrigen Vorstandsmitglieder die Aufgaben des Chefs unter sich aufgeteilt. Finanzvorstand Marc Hess vertritt das Unternehmen nach aussen. Sein Kollege Thomas Ortmanns hat interne Koordinations- und Führungsaufgaben übernommen. Dabei soll es vorerst bleiben. Das Unternehmen bleibe dadurch zu jeder Zeit strategisch und operativ handlungsfähig, sagte Korsch.

Dennoch schaut sich der Aufsichtsrat nun intensiver nach einem möglichen Nachfolger um für den Fall, dass Merkens nicht wieder auf den Chefposten zurückkehrt. Korsch liess dabei offen, ob der Vorstand in diesem Zuge verkleinert wird. So befasst sich der Aufsichtsrat - wie seit Ende Februar bekannt - mit der künftigen Grösse und der Zusammensetzung des Vorstands. Das Management ist derzeit ohnehin dabei, die Kosten der Bank zu senken, und will in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands rund 15 Prozent der Stellen streichen.

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(AWP)