Dormakaba erzielt höheren Reingewinn - Dividende von 15 Franken vorgeschlagen

(Ausführliche Fassung, um weitere Informationen ergänzt) - Dormakaba hat mit seinen definitiven Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr nicht mehr für grosse Überraschungen gesorgt. Nach den enttäuschenden Umsatzzahlen vom Juli hat das Schliesstechnik-Unternehmen noch den Reingewinn publiziert: Vor allem dank Akquisitionen konnte das Rümlanger Unternehmen hier ein Plus erzielen. Die Dividende wird nun leicht erhöht.
11.09.2018 07:48

Konkret steigerte Dormakaba im per 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 2017/18 den Reingewinn um 6,3 Prozent auf 238,7 Millionen Franken. Trotz der Gewinnwarnung vom Juli können sich die Aktionäre über eine höhere Dividende freuen: Die Auszahlung wird um einen auf 15 Franken je Anteilsschein angehoben, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Wie bereits früher kommuniziert, ging der Umsatz um knapp 13 Prozent auf rund 2,84 Milliarden Franken nach oben. Das wichtige organische Wachstum betrug rund 2,6 Prozent, nach 4,3 Prozent im Vorjahr.

Das operative Ergebnis auf Stufe EBTIDA legte um gut 11 Prozent auf 431,0 Millionen Franken zu. Im Rahmen der vorläufigen Zahlen im Juli war noch von einem Anstieg von 10 Prozent die Rede gewesen. Die entsprechende Marge bleibt mit 15,2 Prozent aber unter dem Vorjahreswert (15,4 Prozent).

Integration grösstenteils abgeschlossen

Verantwortlich für den Rückgang bei der Marge waren laut Dormakaba unter anderem ungünstige Produktmix-Effekte oder integrationsbedingte IT-Kosten. Die gute Nachricht sei jedoch: Die Integration der ehemaligen deutschen Dorma mit der Schweizerischen Kaba wurde in den meisten Ländern wie geplant abgeschlossen.

Allerdings konnten im Rahmen dieses Prozesses geplante Effizienzgewinne in Deutschland erst sechs Monate später als geplant realisiert werden. Dies sei hauptsächlich aufgrund der mit den Sozialpartnern vereinbarten sozialverträglichen Massnahmen beim Personalabbau der Fall, teilte das Unternehmen mit. Somit würden die Synergien aus dem Zusammenschluss ihre volle Wirkung wohl erst 2019/2020 entfalten.

Ausserdem litt im abgelaufenen Geschäftsjahr das Projektgeschäft mit elektronischen Zugangskontrollen unter Integrationsmassnahmen. Und schliesslich verlangsamten sich in den USA sowohl das Geschäft mit Bankomatschlössern als auch das Servicegeschäft mit Drittprodukten.

Ziele bereits im Juli angepasst

Die Probleme beim Geschäft in den USA und in Deutschland fanden ihren Niederschlag auch beim EBITDA des Unternehmens. Wie angegeben legte dieses zwar zu, allerdings nur dank Akquisitionen und Desinvestitionen sowie Währungseinflüssen. Organisch ergab sich aufgrund der schwächeren Geschäftsergebnisse in den USA und Deutschland ein Rückgang um gut 18 Millionen Franken.

Bereits im Juli hatte sich Dormakaba auch zu seinen Zielen geäussert. Die mittelfristig angestrebte EBITDA-Marge von 18 Prozent wird statt wie ursprünglich geplant 2018/19 spätestens im Geschäftsjahr 2020/21 erreicht, bestätigt das Management am Dienstag. Dann soll auch das organische Umsatzwachstum bei den anvisierten 200 Basispunkten über dem Wachstum des Bruttoinlandprodukts der für Dormakaba relevanten Märkte liegen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 geht Dormakaba nun von einer EBITDA-Marge im Bereich von 16 bis 16,5 Prozent aus. Das organische Umsatzwachstum soll sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Zudem will das Unternehmen zur Stärkung der Innovationskraft unverändert rund 4 bis 5 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren.

Wechsel im Verwaltungsrat

Ferner kommt es zu einer Veränderung im Verwaltungsrat: Elton SK Chiu tritt aus dem Gremium zurück, an seiner Stelle wird Jens Birgersson zur Wahl an der Generalversammlung vom 23. Oktober 2018 vorgeschlagen. Birgersson ist als CEO der dänischen Rockwool International A/S tätig.

Wie bereits bekannt tritt ausserdem der bisherige Verwaltungsratspräsident Ulrich Graf dann zugunsten von CEO Riet Cadonau zurück. Cadonau würde im Falle seiner Wahl das Amt als Chef der Dormakaba-Gruppe behalten und dieses während zwei bis drei Jahren parallel weiterführen.

kw/ra

(AWP)