Dormakaba verdient im ersten Halbjahr 2016/17 mehr - Aktie im Minus

(Zusammenfassung mit Aktienschlusskurs ergänzt) - Dormakaba hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016/2017 (per Ende 2016) mehr Umsatz erzielt und mehr verdient. Für das laufende Gesamtjahr bestätigt der Spezialist für Schliesstechnik- und Zugangssysteme die Ziele, und auch die Mittelfristziele gelten unverändert. An der Börse gab es keinen Applaus.
08.03.2017 18:01

"Dormakaba ist nach der Fusion auf Kurs", sagte CEO Riet Cadonau am Mittwoch in Zürich. So steigerte Dormakaba den Umsatz in der Berichtsperiode um 3,4% auf 1,17 Mrd CHF. Verglichen wird mit dem pro-forma-Resultat des Vorjahres, als Dorma und Kaba teilweise noch eigenständige Firmen waren. Die Fusion wurde erst im Herbst 2015 vollzogen.

Der Betriebsgewinn (EBITDA) stieg derweil um 6,0% auf 175,4 Mio CHF. Der Konzerngewinn klettere sogar um 43% auf 95,8 Mio, wobei das Vorjahresergebnis von einmaligen Integrationskosten im Umfang von 34,8 Mio belastet war. Im laufenden Jahr seien gemäss Finanzchef Bernd Brinker keine Sondereffekte zu erwarten.

INTEGRATION VERLÄUFT FAST PLANMÄSSIG

Nach der Fusion von Dorma und Kaba sei bereits die Hälfte des geplanten Stellenabbaus erfolgt. In den aktuellen Zahlen manifestiere sich erst ein Viertel der geplanten Synergien, die gemäss Cadonau ab dem 1. Juli 2018 voll ausgeschöpft werden.

In 51 von 53 Ländern wurden die Betriebe inzwischen zusammengeführt. Wichtigste Ausnahme bildet Deutschland, wo sich Dormakaba gemäss Cadonau noch im laufenden Quartal mit den Arbeitnehmervertretern einigen will.

Indien sei das zweite Land, in dem die Integration nicht ganz reibungslos verlaufen sei. Konkret geht es um zwei Joint Ventures, an denen Dormakaba die Mehrheit hält. Man sei sich noch nicht einig mit den Partnern, hiess es dazu. Im laufenden Kalenderjahres werde eine Übereinkunft erwartet.

USA WERDEN NOCH WICHTIGER

Im abgelaufenen Geschäftsjahr arbeitete die Sparte Access Solutions Americas mit einer EBITDA-Marge von 21,3% am profitabelsten. In Zukunft wird die Bedeutung dieser Absatzregion, die aktuell fast 30% zum Betriebsgewinn des Konzerns beiträgt, noch wichtiger. Cadonau erklärt, dass die hohe Profitabilität in den USA der Grösse und der Homogenität des Marktes (eine Sprache, eine Währung, ein Standard) zu verdanken sei.

Folgerichtig verstärkte sich Dormakaba im Dezember 2016 mit dem Zukauf von Mesker Openings Group und im Februar durch die Akquisition von in den USA mit der Stanley Black & Decker. Letztere spiele in den vorliegenden Halbjahreszahlen noch keine Rolle, bringe gemäss Brinker jedoch "spürbare Verbesserungen" ab dem Geschäftsjahr 2019/2020, weil die Einheit eine EBITDA-Marge von knapp 20% beisteuern könne.

Dormakabas grösstes Bauprojekt ist die neue Fabrik für Standard-Türschliesser in Singapur, worin die bisher dezentrale Produktion vereint wird. Obwohl die Anlage hochautomatisiert sein wird, brauche Dormakaba zusätzliche Fachkräfte, die man an diesem Standort finde. Zwar seien die Arbeitskosten in Singapur für asiatische Verhältnisse hoch, trotzdem rechne sich das Engagement.

AUSBLICK BESTÄTIGT

Fürs laufende Geschäftsjahr bestätigt Dormakaba die Ziele: organisches Wachstum von 3% und eine EBITDA-Marge von 14,4% im Vergleich in der abgelaufenen Berichtsperiode erreichten 14,9%. Fürs Geschäftsjahr 2018/2019 hält Dormakaba an der Guidance fest. Das organische Wachstum soll 2% über dem Wirtschaftswachstum in den Kernmärkten liegen. Zudem strebt das Unternehmen erstmals eine EBITDA-Marge von 18% an.

An der Börse hatten die Dormakaba-Aktien einen schweren Stand. Bis Börsenschluss gaben sie um 3,4% nach. Ein Analyst führte dies auf die verlangsamte Margenentwicklung im zweiten Halbjahr und die steigende Steuerrate zurück. Nach der mehrjährigen Hausse sei für die Aktie eine Verschnaufpause angesagt.

pr/rw

(AWP)