Walliser Kantonalbank verdient im Halbjahr etwas mehr

(U.a. mit Aussagen des Generaldirektors erweitert) - Die Walliser Kantonalbank (WKB) hat im ersten Halbjahr 2019 leicht mehr verdient. Der Geschäftserfolg als wichtigste operative Grösse legte um 1,8 Prozent auf 60,0 Millionen und der Reingewinn um 1,4 Prozent auf 51,8 Millionen Franken zu.
24.07.2019 14:55

Die Bank habe ihr Wachstum in einem Umfeld fortgesetzt, das von Marktunsicherheiten und von anhaltenden Negativzinsen geprägt gewesen sei, hiess es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Und Konzernchef Pascal Perruchoud erklärte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP: "Unsere Ergebnisse sind gut und zeigen Wachstum; nicht viel zwar, aber wir wachsen in unserem Kerngeschäft, dem Zinsengeschäft."

Der Bruttoerfolg dort stieg "trotz des negativen Umfeldes und des hohen Margendrucks" um 1,6 Prozent auf 81,1 Millionen, der Zinsaufwand sank dabei um 2 Millionen. Dies sei ein "sehr erfolgreiches" Ergebnis, das dank der Qualität der Refinanzierung in den letzten Jahren erzielt worden sei, sagte der Bankchef.

Um knapp 1 Prozent auf 19,5 Millionen nahm der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft zu. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft, das hauptsächlich aus dem Devisengeschäft besteht, sank dagegen um knapp 1 Prozent auf 13,2 Millionen.

Beim kleinsten Posten, dem übrigen Erfolg, blieb ein Minus von gut einem Drittel auf 6,4 Millionen Franken. Grund dafür war hier eine hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Die Bank hatte ein Gebäude verkauft und damit einen Gewinn von 4 Millionen Franken erzielt. Insgesamt stiegen die Erträge um 1 Prozent auf 123,3 Millionen Franken.

Cost-Income-Ratio unter 50 Prozent

Eine positive Entwicklung gab es bei den Kosten, konnte doch der Geschäftsaufwand leicht auf 57,2 Millionen Franken verringert werden. Grund dafür war ein leicht tieferer Personalaufwand, während der Sachaufwand stabil war. Das für Banken wichtige Verhältnis aus Kosten und Erträgen, die sogenannte Cost-Income-Ratio, belief sich in der Berichtsperiode damit auf starke 46,4 Prozent. Ein Wert unter 50 Prozent gilt in der Branche als sehr gut.

Die WKB hat im ersten Halbjahr zusätzliche Hypotheken vergeben, wobei das Total der Forderungen um 245 Millionen auf 10,2 Milliarden Franken zugenommen hat. Die Forderungen gegenüber Kunden seien dagegen leicht gesunken, was hauptsächlich auf Rückzahlungen von Krediten zurückzuführen sei. Insgesamt lag die Bilanzsumme zum Stichtag bei 16,7 Milliarden Franken.

Zuversichtlich für weiteren Verlauf

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich die WKB zuversichtlich. Sie rechnet - falls sich die Wirtschaftslage nicht verschlechtert - für das zweite Halbjahr mit Ergebnissen auf Vorjahresniveau und entsprechend auch einem Jahresgewinn in Höhe des "soliden Ergebnisses 2018". "Wir sind zuversichtlich, bleiben aber vorsichtig", sagte der Bankchef dazu.

Die WKB gibt die Negativzinsen nach heutigem Stand nicht an Privatkunden weiter. "Langfristig können wir die Überwälzung jedoch nicht ausschliessen", betonte CEO Perruchoud. Die aus den Negativzinsen stammenden Kosten beliefen sich für die Bank hochgerechnet aufs Jahr auf fünf bis zehn Millionen Franken.

uh/jb

(AWP)

 

Ausgewählte Produkte auf BC Valais

Investment-Ideen von Julius Bär