Zudem spielten internationale Investoren, vor allem aus den USA, eine grössere Rolle. Über drei Viertel der investierten Mittel stammten aus dem Ausland, nach je rund zwei Dritteln in den beiden vorangegangenen Quartalen. «Das beständig hohe Interesse aus dem Ausland an deutschen Start-ups ist angesichts anhaltender handels- und geopolitischer Risiken nicht selbstverständlich», sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Das zeige das anhaltende Vertrauen internationaler Kapitalgeber in den deutschen Technologie- und Gründungsstandort.

KI-Boom hilft, aber US-Konkurrenz übermächtig

Die meisten Deals in Deutschland schlossen Start-ups aus der Gesundheitsbranche ab (18 Prozent), gefolgt von Finanzfirmen mit knapp über 15 Prozent. Auch der Boom um Künstliche Intelligenz (KI) wirkte sich aus: Deutsche Start-ups, die auf KI-basierte Anwendungen setzen, sammelten im ersten Quartal in 71 Finanzierungsrunden 967 Millionen Euro ein. Mit einem Anteil von 58 Prozent am gesamten Marktvolumen überstieg der KI-Anteil im ersten Quartal den Durchschnitt 2025 von rund 43 Prozent deutlich.

In den USA sammelten allerdings allein demnach vier KI-Marktführer im ersten Quartal zusammen 188 Milliarden Dollar ein, zeigen die KfW-Zahlen. Auch in Grossbritannien und in Frankreich bekamen KI-Start-ups Milliarden-Finanzierungen. Ein Risiko aus Sicht der KfW sind zudem steigende Zinsen infolge von Inflationssorgen. Sie erschwerten es Wagniskapital-Investoren, Kapital einzusammeln.

Deutschland bei Wagniskapital im Rückstand

Die deutsche Start-ups-Branche ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Bei grossen Summen sind deutsche Start-ups aber meist auf amerikanische-Investoren angewiesen, aufstrebende Firmen zieht es oft an US-Börsen. Hierzulande werden laut früheren Angaben des Startup-Verbands rechnerisch 90 Euro pro Einwohner in Wagniskapital investiert, in den USA (510 Euro) seien es fast sechsmal so viel. Grossanleger wie Versicherungen investieren in Deutschland oft nur beschränkt in Wagniskapital./als/DP/nas

(AWP)