Die Operation «Carbono Oculto» («Versteckter Kohlenstoff»), an der mehr als 1.400 Beamte in zehn Bundesstaaten beteiligt waren, richtete sich gegen ein kriminelles Netzwerk, das vom Primeiro Comando da Capital (PCC) kontrolliert wird - einer der grössten Verbrecherorganisationen in Brasilien, die für Drogenhandel, Geldwäsche und Gewaltkriminalität bekannt ist. Nach Angaben des Finanzministeriums konnten Ermittler nicht nur niedere Befehlsempfänger, sondern auch die Köpfe an der Spitze des Netzwerks überführen.
Mindestens 7,6 Milliarden Reais (etwa 1,2 Milliarden Euro) sollen an Steuern hinterzogen worden sein, wie das Nachrichtenportal «G1» unter Berufung auf die Behörden berichtete. Ermittlern zufolge spielte dabei vor allem die illegale Einfuhr von Methanol eine zentrale Rolle: Das Lösungsmittel wurde demnach auf Umwegen ins Land gebracht und dazu genutzt, Kraftstoff zu strecken.
Mehr als 40 Investmentfonds und mehrere Fintechs dienten laut Polizei dazu, das Vermögen des Netzwerks vor den Behörden zu verbergen. Rund 1.000 Tankstellen waren den Ermittlern zufolge in die Manipulationen und Finanztransaktionen involviert und bewegten zwischen 2020 und 2024 Summen in Höhe von etwa 52 Milliarden Reais (etwa 8,2 Milliarden Euro)./ppz/DP/zb
(AWP)