Das Protokoll der Sitzung zeugte allerdings von einem Stimmungsumschwung innerhalb der Notenbank. Schliesslich hat der Iran-Krieg zu einem deutlichen Anstieg der Preise für Rohöl- und Erdgas geführt. Dies dürfte zu einem Anstieg der Inflation führen. Die Aussage in der Mitteilung, dass die Zinsen voraussichtlich weiter sinken werden, wurde gestrichen.

Vielmehr haben die geldpolitischen Entscheidungsträger die Tür für mögliche Zinserhöhungen geöffnet. Gouverneur Andrew Bailey warnte, die Geldpolitik müsse «auf das Risiko anhaltender Auswirkung auf die britische Verbraucherpreisinflation reagieren». In einer separaten Erklärung fügte er hinzu: «Was auch immer geschieht, unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass die Inflation wieder auf ihr Ziel von 2 Prozent zurückkehrt.» Die Inflationsrate hatte im Februar - also vor dem Krieg - bei 3,0 Prozent gelegen.

Alle Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss stimmten für die Entscheidung. Es war erstmals seit viereinhalb Jahren, dass es keine Gegenstimme gab. Bereits im Februar waren die Zinsen nach einer knappen Entscheidung nicht verändert worden. Damals hatten sich vier der neun Mitglieder noch für Leitzinssenkungen ausgesprochen. Zuletzt hatte die Notenbank im Dezember die Zinsen verändert. Damals wurden sie um 0,25 Prozentpunkte reduziert.

Das britische Pfund legte nach der Entscheidung zu Euro und Dollar zu. Die Renditen von britischen Staatsanleihen stiegen deutlich. Der britische Aktienmarkt weitete vorherige Verluste aus./jsl/jkr/stk

(AWP)