Im Winterhalbjahr war die deutsche Wirtschaft in eine technische Rezession mit zwei Minusquartalen in Folge gerutscht. Ein wichtiger Grund hierfür war die hohe Inflation, die vor allem die Ausgabefreude der privaten Haushalte dämpfte und die Konjunktur entsprechend belastete. Zudem entwickelte sich die Industrie wegen der zurückhaltenden Auslandsnachfrage schwach.
Positiv wertet die Bundesbank, dass die lange Zeit belastenden Lieferengpässe weiter an Bedeutung verlieren. Ausserdem seien die Auftragspolster der Unternehmen weiter hoch, was die Gesamtentwicklung ebenfalls stütze. "Zudem eröffnen sich den privaten Haushalten langsam wieder mehr Ausgabenspielräume - trotz der immer noch hohen Inflation. Denn diese lässt nach, und die Löhne steigen kräftig." Die Beschäftigung lege zu, und der zuletzt eher schwache Staatskonsum sollte sich wieder fangen.
Die Bundesbank nennt jedoch auch anhaltende Belastungsfaktoren: "So ist die Auslandsnachfrage in der Industrie weiterhin rückläufig und belastet ihre Produktion und Exporte." Darüber hinaus dämpften die gestiegenen Finanzierungskosten Investitionen der Unternehmen. Das drücke die inländische Nachfrage in einigen Industriebranchen und der Bauwirtschaft.
Die mittelfristigen Aussichten für die deutsche Wirtschaft bewertet die Bundesbank verhalten. Die Konjunktur erhole sich bis 2025 nur mühsam von den Krisen der vergangenen Jahre. Im laufenden Jahr erwartet die Bundesbank eine Schrumpfung der deutschen Wirtschaft um 0,3 Prozent. Für die beiden kommenden Jahre wird nach bereits bekannten Prognosen ein Wirtschaftswachstum von 1,2 und 1,3 Prozent vorhergesagt./bgf/jsl/jha/