Die weitere Entwicklung hänge massgeblich vom Verlauf des Kriegs ab, so die Bundesbank. Eine lang anhaltende Sperrung der Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr könne die Energieversorgung belasten und die Inflationsrate über einen längeren Zeitraum deutlich erhöhen. Im Februar lag die Teuerungsrate in Deutschland bei 1,9 Prozent.

Bundesbank: Wirtschaft stagniert im ersten Quartal

Auch für die erwartete Erholung der deutschen Wirtschaft habe der Iran-Krieg ernste Folgen, schreibt die Bundesbank. Haushalte und Unternehmen würden belastet, besonders über teurere Energie. «Dies könnte sich noch im ersten Quartal bemerkbar machen und trübt den Ausblick für das zweite Quartal.» Im ersten Quartal werde die Wirtschaft wohl stagnieren.

Die Bundesbank warnt: «Sollte sich der Konflikt noch in das zweite Quartal hineinziehen, dürfte von damit einhergehender hoher Unsicherheit und einer schwächeren Weltwirtschaft zusätzlicher Gegenwind kommen.» Auch längere Folgen schliesst sie nicht aus: Für die Aussichten ab der zweiten Jahreshälfte werde es massgeblich darauf ankommen, «wie lange der Konflikt anhält und in welchem Umfang das globale Energieangebot beeinträchtigt wird».

Verpufft die Konjunkturerholung?

Erst am Mittwoch hatte das Ifo-Institut gewarnt, der Krieg im Iran «beende vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung». Die Kämpfe trüben die Stimmung bei Unternehmen, wie der gesunkene Ifo-Index für März zeigte.

Eigentlich sollte die deutsche Wirtschaft dank staatlicher Milliardenausgaben für Infrastruktur und Verteidigung 2026 wieder um rund ein Prozent wachsen, nachdem sie 2025 mit einem Mini-Wachstum nur knapp am dritten Rezessionsjahr in Folge vorbeigeschrammt war. Doch mit dem Iran-Krieg haben Ökonomen ihre Prognosen gesenkt./als/DP/jkr

(AWP)