Die sogenannte «Team-Gaza-Initiative» soll Projekte zum frühzeitigen Wiederaufbau im Gazastreifen koordinieren, wie die Europäische Kommission am Montag in Brüssel mitteilte. Dabei solle die Grundversorgung für die Bevölkerung wiederhergestellt werden.

Das neue Instrument bringe insgesamt 883,6 Millionen Euro (rund 817,8 Millionen Franken) zusammen. An der Initiative beteiligen sich gemäss Communiqué neben der Schweiz Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Japan, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich sowie die Europäische Kommission.

Die Initiative ziele darauf ab, humanitäre Projekte zu koordinieren, um die Grundversorgung sicherzustellen. Dazu gehörten die Wasser- und Sanitärinfrastruktur, die Entsorgung und Beseitigung von Trümmern und Abfällen sowie die Wiederherstellung der Gesundheits-, Energie-, Landwirtschafts- und Ernährungssysteme, schrieb die Europäische Kommission weiter.

Mehr Gewicht im Verbund mit Partnern

«Die Schweiz steht jeder Initiative positiv gegenüber, die Fortschritte ermöglicht», sagte Botschafter Didier Chassot, der die Schweiz am Anlass vertrat, in Brüssel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keysonte-SDA. Chassot ist Vizedirektor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Die Initiative bringe gleichgesinnte Partner zusammen und gebe ihnen mehr Gewicht. Für die Schweiz ist es laut Chassot wichtig, dass die Projekte effizient sind und vor Ort eine Wirkung haben.

Die Schweizer Unterstützung für die neue Initiative wird mit bereits budgetierten Mitteln 2026 finanziert. Dabei beträgt die budgetierte Hilfe aus Bern an die palästinensische Bevölkerung für das laufende Jahr 31 Millionen Franken, wovon 21 Millionen für die humanitäre Hilfe vorgesehen sind, wie das EDA auf seiner Webseite festhält. Von November 2023 bis Ende 2026 wird die Schweiz über 200 Millionen Franken an Unterstützung bereitgestellt haben.

Zweites Treffen der Gebergruppe für Palästina

Die Initiative wurde am zweiten Treffen der Gebergruppe für Palästina in Brüssel ins Leben gerufen. An diesem Anlass nahmen gemäss der Europäischen Kommission 65 Delegationen teil. Der Anlass wurde von der EU-Kommissarin für den Mittelmeerraum, Dubravka Suica, gemeinsam mit dem Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mohammad Mustafa, geleitet.

Erstmals nahm mit Nikolay Mladenov der hohe Vertreter des sogenannten Friedensrats teil. Dieser Rat wurde Anfang des Jahres am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos von US-Präsident Donald Trump gegründet.

Für Chassot sind der Friedensrat und die Team-Gaza-Initiative komplementäre Gremien. «Die Schweiz ist bereit, mit allen zusammenzuarbeiten, solange die Initiativen im Rahmen des internationalen Rechts bleiben», sagte Chassot weiter. Im Friedensrat ist die Schweiz Beobachterin.

(AWP)