Seit 2016 ist das Gremium bürgerlich dominiert (SVP 2, FDP 1, Mitte 1). Die Linke muss sich mit drei Sitzen begnügen (SP 2, Grüne 1).

Drei Bürgerliche treten erneut an: Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP), Sicherheitsdirektor Philippe Müller (FDP) und Finanzdirektorin Astrid Bärtschi (Mitte). Zudem schickt die SVP zwei Neue ins Rennen, den Thuner Stadtpräsidenten Raphael Lanz und den Kantonsparlamentarier Daniel Bichsel.

Schaffen beide die Wahl, zahlen die Linke die Zeche. Auf ihrem Ticket sind nebst der Bisherigen Evi Allemann (SP) drei Neue: Der Langenthaler Stadtpräsident Reto Müller, der bernjurassische Alt-Grossrat Hervé Gullotti (beide SP) und Nationalrätin Aline Trede (Grüne).

Eine Schlüsselrolle spielt der garantierte Regierungssitz des Berner Jura. Zurzeit ist er in den Händen von Pierre Alain Schnegg. Setzt sich der SVP-Magistrat gegen den SP-Herausforderer Gullotti wie erwartet durch, ist den Bürgerlichen die Mehrheit kaum zu nehmen.

Insgesamt treten 16 Frauen und Männer zur Wahl an, darunter wie immer einige Polit-Exoten. Diese gelten als chancenlos. Auch die Kandidierenden von EVP und GLP sowie eine ehemalige SVP-Politikerin dürften einen schweren Stand haben.

Drei amtierende Regierungsmitglieder schauen der Wahl gelassen entgegen: Der SVP-Mann Christoph Neuhaus, der Sozialdemokrat Christoph Ammann und die Grüne Christine Häsler treten nicht mehr an.

Rekord bei Grossratswahl

Gross ist das Interesse am Kantonsparlament: 2261 Frauen und Männer bewerben sich um einen der 160 Sitze im Grossen Rat, mehr als je zuvor. Der Frauenanteil unter den Kandidierenden beläuft sich auf rund 40 Prozent.

Der Grosse Rat war immer schon bürgerlich dominiert, mit der SVP als stärkster Partei. Beobachter gehen davon aus, dass dies so bleiben wird.

Die Wahllokale sind bis 12.00 Uhr geöffnet. Am Nachmittag werden erstmals Hochrechnungen publiziert, die das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag des Kantons erstellt. Die offiziellen Resultate der Regierungsratswahl werden frühestens um 17.30 Uhr erwartet. Das Ergebnis der Parlamentswahl möchte die Staatskanzlei zwischen 20.00 und 23.00 Uhr verkünden.

(AWP)