Der Verband für umweltbewusste und faire Hauseigentümer kritisierte am Mittwoch vor den Medien die Pläne des Bundesrates, eine Nettorendite von bis zu zwei Prozentpunkten über dem Referenzzinssatz zuzulassen. Diese Regelung würde die Mietspirale weiter anheizen und die Wohnungsnot verschärfen. Ausserdem sei Renditemaximierung im Mietrecht unzulässig.

Bei einem aktuellen Referenzzins von 1,25 Prozent würde die Maximalrendite somit 3,25 Prozent betragen. Dafür gebe es keine Rechtfertigung, wenn gleichzeitig die Bundesobligationen nur 0,5 Prozent anböten. Zudem sei es fragwürdig, eine derart wichtige Bestimmung auf dem Verordnungsweg statt über ein Gesetz zu regeln.

«0,5 Prozentpunkte reichen»

Die Berechnung der Miete müsse sich an den tatsächlichen Kosten für Kapital, Unterhalt und Betrieb orientieren und nicht an der Marktlogik von Angebot und Nachfrage. Es gehe darum, einen Mietpreis zu finden, der für beide Seiten fair und angemessen sei, sagte die Präsidentin von Casafair, die Berner SP-Nationalrätin Ursula Zybach.

Als Alternative stellte der Verband deshalb sein Modell der «kostendeckenden Miete» vor. Dieses sieht eine maximale Nettorendite von 0,5 Prozentpunkten über dem Referenzzinssatz vor. Ein zentraler Bestandteil des Modells sind zudem zweckgebundene Rückstellungen für künftige Sanierungen und Erneuerungen.

Bundesrat schlägt neue Regeln vor

Der Bundesrat hatte im Februar 2026 eine Teilrevision der Verordnung über die Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen (VMWG) in die Vernehmlassung geschickt. Gefordert hatte die neuen Regeln das Parlament mit einer überwiesenen Motion von Ständerat Stefan Engler (Mitte/GR).

Die Vorlage soll vorsorglich regeln, welcher Zuschlag auf den Referenzzinssatz zulässig ist, falls dieser dereinst über zwei Prozent steigen sollte. Der Vorschlag sieht vor, dass Vermieterinnen und Vermieter bis zu einem Referenzzinssatz von zwei Prozent weiterhin einen Gewinnaufschlag von zwei Prozentpunkten einkalkulieren dürfen.

Steigt der Referenzzinssatz darüber, soll der Zuschlag schrittweise sinken. Ab einem Satz von sechs Prozent würde er sich bei 0,5 Prozentpunkten über dem Referenzzins stabilisieren.

(AWP)