Aus der jüngsten Veröffentlichung grosser Mengen an Epstein-Unterlagen war klar geworden, dass Ruemmlers Verbindungen zu ihm deutlich enger waren als zuvor bekannt. So ging aus E-Mails unter anderem hervor, dass sie teure Geschenke wie Luxus-Handtaschen von ihm erhielt und ihn in Medienfragen beriet. In mehreren Nachrichten von ihrem E-Mail-Account wurde Epstein als «Onkel Jeffrey» bezeichnet. Zu dieser Zeit war Ruemmler als Anwältin tätig. Die 54-Jährige war seit 2021 Chefjustiziarin bei Goldman Sachs.

Bankchef: Rücktritt «widerwillig akzeptiert»

Epstein starb nach seiner Festnahme 2019 in seiner New Yorker Gefängniszelle. Das «Wall Street Journal» entdeckte in den Unterlagen jüngst einen Hinweis darauf, dass Ruemmler zu den Personen gehörte, die Epstein unmittelbar nach seiner Festnahme anrief. Das geht der Zeitung zufolge aus handschriftlichen Notizen von FBI-Mitarbeitern hervor, die als Teil des Unterlagen-Pakets veröffentlicht wurden. Ruemmlers Sprecherin sagte zu dem Bericht, sie habe lediglich eine berufliche Beziehung zu Epstein gehabt und nichts von seinen Verbrechen gewusst. Goldman Sachs hatte anfänglich bestritten, dass Ruemmler deswegen ihren Job verlieren könnte.

Bankchef David Solomon sagte, er habe Ruemmlers Rücktrittsangebot «widerwillig akzeptiert». Er pries sie in einem Interview des Senders CNBC als «ausserordentliche» Chefjuristin mit «tiefgreifender Expertise» und einen «grossartigen Menschen»./so/DP/stw

(AWP)