So erwarteten noch 53 Prozent der befragten Chefökonomen eine Abschwächung der globalen Wirtschaftslage, wie das WEF am Freitag mitteilte. In der vorherigen Umfrage vom Herbst 2025 waren noch 72 Prozent von einer Abschwächung ausgegangen. Derweil erwarteten nun 28 Prozent gleichbleibende Bedingungen und 19 Prozent eine stärkere Weltwirtschaft.

Zu den Hauptsorgen der Chefökonomen gehörten die stark gestiegenen Bewertungen vor allem der Unternehmen im Umfeld der Künstlichen Intelligenz (KI). Dazu kommen die deutlich angestiegenen Schulden der öffentlichen Haushalte weltweit sowie die hohe geopolitische Unsicherheit. Durchgeführt wurde die Umfrage zwischen Mitte November und Anfang Dezember 2025.

Unterschiedliche KI-Adoption

Bezüglich der Bewertungen im Technologiesektor gingen die Meinungen der Chefökonomen allerdings auseinander: Rund die Hälfte der Befragten (52 Prozent) ging zwar von einem klaren Rückgang der Aktienkurse bei den grossen AI-Titeln im laufenden Jahr aus. Gleichzeitig erwarteten allerdings 40 Prozent der Befragten weitere Kursanstiege.

Die steigenden Schulden stellten derweil sowohl in den entwickelten Ländern wie auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften hohe Herausforderungen dar. Eine klare Mehrheit der Chefökonomen (67 Prozent) erwartete, dass die Regierungen beim Abbau der Schulden bei der Bewältigung auf steigende Inflationsraten setzen, als sehr wahrscheinlich (62 Prozent) erachtet wurden auch Steuererhöhungen.

Gleichzeitig müssten sich die Handelsflüsse an das neue Umfeld anpassen. Die Zollbedingungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften USA und China dürften gemäss den Erwartungen der meisten Befragten im laufenden Jahr stabil bleiben. Demnach werden die USA weiterhin Technologieexporte nach China einschränken. China dürfte mit Beschränkungen beim Export kritischer Rohstoffe reagieren.

Wachstum in Asien

Die besten Wachstumsaussichten nach Regionen billigten die Ökonomen Südasien zu: Eine Mehrheit (66 Prozent) erwartete dort ein starkes oder sehr starkes Wachstum vor allem dank einer günstigen Entwicklung von Indien. Gute Wachstumsaussichten wurden aber der Region Ostasien und Pazifik zugebilligt. Für China zeigten sich die Ökonomen unsicher: Rund die Hälfte der Befragten (47 Prozent) ging von einem moderates Wachstum aus-

Klarer waren die Aussichten für die USA, wo eine klare Mehrheit der Befragten (69 Prozent) nun ein «moderates» Wachstum prognostizierte. Den schwächsten Ausblick gab es für Europa: Etwas mehr die Hälfte der Chefökonomen (53 Prozent) erwartete ein schwaches und etwas weniger (44 Prozent) noch ein moderates Wachstum.

tp/ra

(AWP)