China hatte den Angriff schon zuvor verurteilt, ein Ende der Militäroperationen und Sicherheit in der Strasse von Hormus zum Wohl der Weltwirtschaft gefordert. Wang hatte sich nun bei dem alljährlichen Pressetermin während des Volkskongresses öffentlich dazu geäussert. Dieser bietet Journalisten die seltene Gelegenheit, ihre Fragen an den Minister zu richten.

China nennt Prinzipien für Umgang mit Nahost-Konflikten

Ohne die USA zu erwähnen, forderte Wang ausserdem, die Souveräntität von Ländern in Nahost zu wahren, den Einsatz von Gewalt zu vermeiden, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen und Konflikte dort politisch zu lösen. Revolutionen zu planen und Regimewechsel anzustreben, sei unpopulär, sagte Wang.

Wang, der auch im mächtigen Politbüro der Kommunistischen Partei sitzt, hatte kurz nach dem Angriff der USA mit Russlands Aussenminister Sergej Lawrow, dem iranischen Aussenminister Abbas Araghtschi und weiteren Chefdiplomaten telefoniert. Für China ist die Lage brisant. Mit dem Iran griffen die USA binnen weniger Wochen nach Venezuela einen weiteren Wirtschaftspartner für Erdöl an. Ausser scharfen Verurteilungen auf der diplomatischen Bühne liess Peking aber bislang keine echten Taten folgen oder sagte dem Iran relevante Unterstützung zu.

(AWP)