Diese würde es den US-Tech-Riesen Microsoft, Amazon und Google ermöglichen, Zugang zu dem erfolgreichen KI-Modell «Kimi K3» von Moonshot zu erhalten, sagten drei mit den Gesprächen vertraute Personen. Moonshot strebe einen Anteil von bis zu 30 Prozent an den Einnahmen an, die mit Kimi-K3-bezogenen Diensten auf Microsofts Azure, Amazon Web Services und Google Cloud erzielt würden. Die Gespräche befänden sich jedoch in einem frühen Stadium und es sei nicht sicher, ob sie zu einer Einigung führen würden, hiess es weiter.
Moonshot reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Die anderen Unternehmen wollten sich nicht äussern. Ein Abschluss wäre der erste grosse Vertrag über eine Umsatzbeteiligung zwischen einem chinesischen Unternehmen mit Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) und einem grossen US-Cloud-Anbieter. Die Verhandlungen verdeutlichen, wie führende chinesische KI-Modelle, die oft deutlich günstiger sind als westliche Angebote, in den USA an Zugkraft gewinnen. Dies geschieht trotz nationaler Sicherheitsbedenken in Washington, die zu Exportverboten für KI-Chips nach China geführt haben.
Zudem steht Moonshot in der Kritik von US-Regierungsvertretern. US-Finanzminister Scott Bessent hatte im vergangenen Monat erklärt, er erwäge, das Unternehmen auf eine schwarze Liste zu setzen. Hochrangige US-Regierungsmitglieder werfen der Firma aus Peking vor, zur Entwicklung von Kimi K3 Technologie von Anthropic gestohlen und illegal Chips von Nvidia erworben zu haben. Moonshot hatte dies zurückgewiesen.
Moonshot wurde 2023 gegründet und wird von mehreren chinesischen Tech-Riesen unterstützt, unter anderem dem Cloud-Konzern Alibaba. Das Start-up sammelte im Mai mehr als zwei Milliarden Dollar ein und bereitet Insidern zufolge einen möglichen Börsengang in Hongkong vor. Für KI-Modellanbieter wie Moonshot sind die grossen Cloud-Anbieter der wichtigste Weg zur Verbreitung bei Unternehmenskunden. Obwohl Kimi K3 als «Open-Weight»-Modell heruntergeladen und modifiziert werden kann, dürften nur wenige Kunden ein System mit 2,8 Billionen Parametern wegen der enormen Rechenkosten auf ihrer eigenen Infrastruktur betreiben. Ähnliche Vereinbarungen hat Moonshot den Insidern zufolge bereits mit einigen kleineren Cloud-Plattformen sowie im Juli mit dem chinesischen IT-Dienstleister Chinasoft International geschlossen.
(Reuters)

