Besonders gut sei es in den Segmenten Rad- und Laufsport gelaufen. Rund 74 Prozent des Umsatzes wurden den Angaben nach in den Filialen erwirtschaftet. Beim Gewinn mussten die Franzosen angesichts der hohen Investitionssummen für die Expansion weiter Abstriche machen: Das operative Ergebnis (Ebit) stieg zwar um gut 2,9 Prozent auf 28,1 Millionen Euro. 2023 hatten Decathlon aber noch einen Gewinn von mehr als 38 Millionen Euro ausgewiesen. Zum Netto-Ergebnis machte die Handelskette keine Angaben.
Der Finanzchef von Decathlon Deutschland, Luca Guanella, teilte mit: «Unser Ergebnis reflektiert unsere konsequente Entscheidung, gezielt in unseren Ausbau des Filialnetzes, die Modernisierung bestehender Standorte und die Weiterentwicklung unserer Organisation zu investieren.» Mit Investitionen von rund 67 Millionen Euro habe man 2025 die Grundlage geschaffen, um das Ziel von 150 Geschäften bis Ende 2027 strukturiert umzusetzen.
Rund 25 neue Geschäfte im laufenden Jahr
Decathlon hatte die Expansionspläne vor rund eineinhalb Jahren angekündigt. 2025 eröffnete die Kette 18 neue Läden in Deutschland - unter anderem in München, Stuttgart, Frankfurt und Berlin. Ausserdem wurde rund ein Drittel aller bestehenden Filialen modernisiert. Die Zahl der Standorte lag Ende 2025 bei 105. Im laufenden Jahr sind etwa 25 weitere Eröffnungen geplant, wie zum Beispiel in Oberhausen, Saarbrücken, Leverkusen und Trier.
Decathlon will mit dem Schritt näher an seine Kundinnen und Kunden rücken. Zuvor hatte das Unternehmen vor allem Läden, die auf grossen Verkaufsflächen eine breite Produktpalette anbieten. Diese liegen nach wie vor meist ausserhalb der Stadtzentren. Nun entstehend zunehmend auch kleinere Geschäfte in Einkaufszentren und Fussgängerzonen. Diese können sich auf eine Sportart spezialisieren und an die Bedürfnisse vor Ort anpassen.
Decathlon will Marktanteile ergattern
Der Sportfachmarkt in Deutschland ist Milliarden schwer - und hart umkämpft. Die Branche profitiert nach wie vor von einem Trend zu Gesundheit und Sport. Platzhirsch ist Intersport, gefolgt von Sport 2000. Die Zusammenschlüsse von selbstständigen Sportfachhändlern eröffnen ebenfalls neue Geschäfte. Das ist auch deshalb möglich, weil es Marktlücken gibt - unter anderem durch den Wegfall von Modegeschäften und Warenhäusern mit Sportsortimenten.
Durch die Expansion will Decathlon den beiden Händlerverbünden Marktanteile abluchsen. Ende 2025 arbeiteten bei der Kette in Deutschland ungefähr 6.000 Menschen. Bis Ende 2027 sollen durch die Expansion rund 1.000 weitere Stellen geschaffen werden./jwe/DP/zb
(AWP)
