«Wir blicken auf ein Jahr, in dem die zarten Erholungssignale des vergangenen Jahres jetzt auf eine neue Belastungsprobe treffen», sagte der Verbandsvorsitzende Marcus Nachbauer. Er sprach von einem massiven aussenwirtschaftlichen Schock. Vom Ende der Talsohle könne keine Rede sein.

Krieg treibt die Baupreise

Die Sperrung der Strasse von Hormus wegen des Nahost-Konflikts treibe die Preise, sagte Nachbauer. Drei von vier Mitgliedsunternehmen hätten in der Frühjahrsumfrage des Verbands von steigenden Bitumenpreisen sowie höheren Beton- und Zementpreisen berichtet, mehr als 80 Prozent von teureren Kunststoffen. Die höheren Preise würden so weit wie möglich an die Bauherren weitergegeben.

Auch das mit Schulden finanzierte Sondervermögen von 500 Milliarden Euro hat aus Sicht des Verbands bisher fast keine Belebung gebracht. Insgesamt seien 2025 nur 24 Milliarden Euro abgeflossen, an Länder und Kommunen aber bisher «kein einziger Euro», sagte Nachbauer. «Die Koalition hat versprochen: Kräne drehen sich, Bagger rollen, Strassen, Brücken und Bahnhöfe, Kindergärten und Schulen sollen endlich modernisiert werden. Wenn dieses Versprechen noch in dieser Legislaturperiode eingelöst werden soll, ist jetzt entschlossenes Handeln gefragt.»

Warten auf Gesetzesvorhaben

Die Branche wartet unter anderem auf das sogenannte Infrastruktur-Zukunftsgesetz, das grossen Bauvorhaben Vorrang vor anderen Interessen einräumen soll, sowie auf den Gebäudetyp E mit einfacheren Standards im Wohnungsbau. Von der Regierung erhofft sich der Verband vor allem Verlässlichkeit bei der Umsetzung ihrer Reformvorhaben. «Die Menschen sind verunsichert», sagte Nachbauer.

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft ist ein Dachverband von 16 Verbänden des Bau- und Ausbauhandwerks. Sie steht nach eigenen Angaben für 370.000 Betriebe mit 3,4 Millionen Beschäftigten./vsr/DP/stw

(AWP)