Das Resultat vom Vormonat April wurde von einem Rückgang um 0,4 Prozent in einen leichten Anstieg um 0,2 Prozent revidiert. Im Dreimonatsvergleich bis Mai war der Auftragseingang aber um 6,1 Prozent rückläufig. Das liegt vor allem daran, dass die Bestellungen im März um fast 11 Prozent eingebrochen waren. Das Bundeswirtschaftsministerium sprach deshalb auch lediglich von einer Stabilisierung der Auftragssituation.
Positiv hervorzuheben ist, dass sich der Nachfragezuwachs im Mai in etwa gleich auf das In- und Ausland verteilt. Deutlich unausgewogener fällt hingegen die Aufteilung auf die verschiedenen Produktgruppen aus: So stieg die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen kräftig um 12 Prozent. Vorleistungs- und Konsumgüter wurden dagegen etwas weniger nachgefragt als im April.
Bankvolkswirte relativierten die auf den ersten Blick starken Zahlen: Der Trend zeige weiter nach unten, erklärte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. So sei mehr als die Hälfte des jüngsten Zuwachses auf eine deutliche Zunahme der volatilen Bestellungen im Sektor "sonstiger Fahrzeugbau" zurückzuführen. Das Statistikamt gibt den Anstieg mit rund 137 Prozent an, der auf Bestellungen etwa von Schiffen oder Flugzeugen zurückgeht. Solveen wies auch darauf hin, dass das kräftige Mai-Plus den Einbruch vom März nur teilweise ausgleiche.
Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank bewertet die Auftragslage unter dem Strich sogar als kritisch: Trotz einer bereits im Vorjahresmonat schwachen Zahl lägen die Auftragseingänge gegenüber Mai 2022 um 4,3 Prozent im Minus. "Dies offenbart die ganze Misere." Die deutsche Wirtschaft werde im Gesamtjahr 2023 wohl schrumpfen./bgf/jkr/men