Seit dem Absturz des Ölpreises in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat Diesel damit um 10,1 Cent pro Liter nachgegeben, E10 um 7,6 Cent. Experten hatten erwartet, dass es einige Zeit dauern wird, bis der niedrigere Ölpreis an den Zapfsäulen ankommt. Dies steht aber teilweise auch in der Kritik - unter anderem, weil Preiserhöhungen in der Regel schnell weitergegeben würden.

Insgesamt ist Tanken aber auch nach den aktuellen Rückgängen noch sehr viel teurer als vor Kriegsbeginn Ende Februar. Bei Diesel sind es noch 60 Cent, bei Superbenzin gut 33 Cent.

Energiepreis-Krisengipfel

Am heutigen Freitag lädt Vizekanzler Lars Klingbeil auch deswegen zu einem Energiepreis-Krisengipfel ein. Der SPD-Chef hatte zuletzt angeregt, die Bürger gezielt, zum Beispiel über eine Mobilitätsprämie, zu entlasten und das über eine Übergewinnsteuer quasi von den Energiekonzernen finanzieren zu lassen. Ausserdem wirbt er für einen flexiblen Preisdeckel für Sprit.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Bürgern und Unternehmen am Donnerstag keine schnellen Entlastungen wegen der hohen Spritpreise in Aussicht gestellt. Die Bundesregierung sei «in engstem Dialog», man solle aber nicht mit kurzfristigen Entscheidungen rechnen, sagte der CDU-Chef in Berlin.

Ölpreis am Freitag kaum verändert

Wie sich die Preise weiterentwickeln, dürfte in den nächsten Tage aber vor allem davon abhängen, wie die Preise für Rohöl sind - und damit von der Situation im Nahen Osten. Vor den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bewegte sich der Ölpreis am Freitagmorgen wenig und blieb klar unter der Marke von 100 US-Dollar, nachdem er am Mittwoch nach Vereinbarung der Waffenruhe fast auf 90 Dollar gesunken war. Am Morgen kostete ein Fass der für Europa wichtigen Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni 97,66 US-Dollar und damit um 1,8 Prozent mehr als am Vortag./ruc/DP/nas

(AWP)