Infantino hatte versucht, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen. Nach wenigen Tagen stoppte er diese Pläne unter grossem Druck, vor allem von der Europäischen Fussball-Union UEFA.

«Stimme des DFB hat Gewicht»

«Fussball ist ein Kulturgut für alle und keine Spekulationsware für wenige», sagte Weimer. «Die UEFA hat sich mit einer WM-Boykottdrohung eindeutig positioniert - das verdient Respekt und unsere Unterstützung.»

Vom Deutschen Fussball-Bund (DFB) fordert Weimer «aktiven Widerstand» gegen Infantino: «Der DFB ist mit seinen 24.000 Vereinen und acht Millionen Mitgliedern der grösste Sportverband der Welt. Seine Stimme hat Gewicht.» Ohne DFB, UEFA und den europäischen Fussball werde es keine Fussball-WM geben. Die UEFA hat ihre Boykottdrohung auch nach dem Aus des Investorendeals aufrechterhalten.

«Hinterzimmer-Methoden»

Weimer kritisiert auch «die Hinterzimmer-Methoden» mit denen Infantino den Weltverband führe. So müsse aufgeklärt werden, wie es bei der Fussball-WM zur Aussetzung der Rotsperre für den US-Fussballer Folarin Balogun gekommen sei und ob ein Anruf des US-Präsidenten Donald Trump bei Infantino dabei eine Rolle gespielt habe.

«Clever-gierige Dealmaker»

«Der Fussball gehört allen, nicht einer Clique von clever-gierigen Dealmakern», sagt Weimer. «Er ist keine niedrige Ware, sondern ein hoher Wert, ein demokratisches Gemein- und Kulturgut, das auf Offenheit, Mitmachen, Respekt und Fairness basiert. Teilhabe von allen gehört zur Integrität des Fussballs, nicht die Gewinne von Wenigen. Die Preise für Tickets und Fan-Trikots sind bereits jetzt zu hoch.»/hat/DP/mis

(AWP)