Auch die europäische Gemeinschaftswährung bleibt gegenüber dem US-Dollar unter Druck. Zuletzt notierte der Euro bei 1,1622 Dollar, nachdem er die Marke von 1,17 Dollar am Vortag unterschritten hatte. Derweil tritt das Euro/Franken-Paar bei Kursen von 0,9145 mehr oder weniger auf der Stelle.
Der Dollar erhält aus Sicht von Ökonomen durch die in den USA zunehmende Zinserhöhungserwartung Unterstützung. Das konjunkturelle Umfeld in den Vereinigten Staaten liefere derzeit wenig Gründe, die Geldpolitik zu lockern, so die Experten der Helaba. So war die Industrieproduktion im April stärker gestiegen als von Ökonomen erwartet.
Gestützt wird der Dollar auch durch die steigenden Ölpreise. Im Gegensatz zu der Eurozone verfügen die USA über grosse Vorkommen. Öl wird in Dollar gehandelt und steigende Preise für den Rohstoff führen so zu einer wachsenden Nachfrage nach der US-Währung. Zudem bleibt der Dollar als Weltleitwährung gefragt.
Erneut gemieden wird das britische Pfund. Neben der Dollar-Stärke belastet die politische Unsicherheit. Für den britischen Premierminister Keir Starmer wird es eng. Seit Monaten wächst der Druck auf den Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei - und nun ist er so gross wie selten zuvor. Der Premier lehnt aber einen Rücktritt beharrlich ab. Und ob er gestürzt werden kann, ist ungewiss.
«Für das Pfund sind das schlechte Nachrichten, da ein möglicher Nachfolger wohl eher dem linken Flügel der Labour-Partei zuzuordnen sein dürfte», kommentierte Commerzbank-Experte Michael Pfister. «In einem solchen Fall würde der Markt wieder daran zweifeln, dass die Regierung den öffentlichen Haushalt konsolidieren wird.» Laut Pfister dürften dem Pfund «schwierige Tage» bevorstehen.
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(AWP)
