Aktuell notiert das Dollar/Franken-Paar bei 0,7782 und damit etwas höher als am Morgen mit 0,7765. Der Euro gibt zum Dollar ebenfalls leicht nach auf 1,1791 nach 1,1799 noch im Frühhandel. Derweil wird die Gemeinschaftswährung zum Franken zu 0,9176 nach 0,9162 etwas höher gehandelt.
Enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland bremsten die Kursgewinne beim Euro. In der grössten Volkswirtschaft des Währungsraums war die Industrieproduktion im Dezember überraschend stark gesunken, nachdem sie zuvor drei Monate in Folge gestiegen war. Ökonomen verwiesen aber auf den zuletzt starken Auftragseingang in den Industriebetrieben und erwarten eine Fortsetzung der Erholung nach der langen Krise. Ausserdem waren Daten zum deutschen Aussenhandel im Dezember unerwartet stark ausgefallen.
In dem jüngsten Kursanstieg des Euro, der in der vergangenen Woche bis auf 1,20 Dollar ging, sehen Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) keinen Grund zur Sorge. Der grösste Teil der Kursgewinne sei im ersten Quartal 2025 erfolgt, sagte EZB-Ratsmitglied Yannis Stournaras Bloomberg-TV. Die jüngste Kursentwicklung sei daher «nichts Dramatisches, das uns veranlassen sollte, unseren Kurs zu ändern», sagte der Notenbankpräsident von Griechenland.
EZB-Präsidentin Christin Lagarde hatte sich am Vortag nach der Zinsentscheidung ähnlich geäussert. Zwar könne ein stärkerer Euro die Inflation stärker nach unten drücken als bisher erwartet, sagte sie. Die bisherige Entwicklung sei im Basisszenario der Notenbank enthalten. Der Euro bewege sich immer noch im Rahmen des langfristigen Durchschnitts.
Schwierige Lage für die SNB
Derweil scheint sich der Franken nach seinem Anstieg zu stabilisieren. Der Kurssturz des Euro unter die Marke von 92 Rappen hatte die Diskussionen über die SNB-Optionen zur Schwächung des Franken angeheizt.
Die SNB habe nur schwierige Optionen, heisst es in einem Kommentar der Commerzbank. Sie könnte zwar zwischen den Sitzungen mit Devisenmarktoperationen zur Schwächung des Franken reagieren. Dafür müsste der Franken aber deutlich stärker aufwerten, so die Commerzbank.
Eine eher mittelfristige Option wäre eine weitere Zinssenkung in den negativen Bereich. Doch hätte dies viele Nachteile. Die dritte Option erscheint zwar als die langweiligste, dürfte angesichts der Nachteile der ersten beiden Optionen aber momentan die wahrscheinlichste sein. Die SNB könnte den niedrigeren Euro vorerst tolerieren. «Jetzt rächt sich, dass die SNB in den vergangenen Jahren ihr Zinssenkungspulver bereits nahezu vollständig verschossen hat», so die Commerzbank
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(AWP)

