Der «Greenback» fiel am frühen Abend auf 0,7864 Franken nach 0,7921 am Nachmittag. Der Euro hat bis am Abend zum Dollar ebenfalls merklich angezogen und kostet aktuell 1,1605 Dollar. Am späten Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung noch zu 1,1519 Dollar gehandelt.
Das Euro/Franken-Paar tritt derweil bei Kursen von 0,9127 mehr oder weniger auf der Stelle.
Notenbanken warten noch ab
Der heutige Tag war von den Notenbanken geprägt. Die EZB hat die Leitzinsen trotz Sorgen vor einer neuen Inflationswelle wegen des Iran-Kriegs wie erwartet unverändert belassen. Der Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent.
Allerdings erwartet die Notenbank wegen des Ölpreisschocks und steigender Energiekosten einen Inflationsschub im Euroraum. Sie hat ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr deutlich angehoben: «Der Krieg im Nahen Osten hat zu deutlich unsichereren Aussichten geführt», sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Er drohe die Inflation anzuheizen und die Wirtschaft zu bremsen.
Einige Experten wie Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank LBBW, vermuten, dass die EZB im Ernstfall reagieren wird: «Bleibt die Strasse von Hormus zu, wird ein deutlicher Zinsanstieg die Konsequenz sein.» Die Aussicht auf steigende Zinsen stützte den Euro.
Aufwärts ging es auch mit dem britischen Pfund, nachdem die Notenbank des Landes ihren Leitzins wie erwartet stabil gehalten hatte. Angesichts der wachsenden Inflationsgefahren durch die Folgen des Iran-Kriegs signalisierte die Bank of England Handlungsbereitschaft.
In der Schweiz hat die SNB wie erwartet die Zinsen unangetastet gelassen. SNB-Präsident Martin Schlegel betonte, dass die Hürden für Negativzinsen erhöht blieben und dass die SNB auch die Bereitschaft zu Interventionen am Devisenmarkt verstärkt habe.
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(AWP)

