Der schwächere Dollar habe hauptsächlich damit zu tun, dass es wieder etwas Bewegung im Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus gebe, sagte ein Marktbeobachter. Zudem würde die Israelis offenbar vorankommen bei ihrem strategischen Ziel eines Regimewechsels, indem sie weitere Führungsfiguren des Regimes getötet hätten. Dies nähre die leise Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs. Allerdings sei die Lage instabil.

Der deutliche Preisrückgang bei den Spotkontrakten für Brent-Öl für Juni (80-85 Dollar/Barrel) deute darauf hin, dass der Markt davon ausgehe, dass die USA bis zum dritten Quartal genügend Transitkorridore freigegeben haben würden, um eskortierte Konvois zu ermöglichen - selbst wenn die Meerenge insgesamt weiterhin umkämpft bleibe, erklärte ein Ölexperte.

Der Dollar sank auf 0,7856 Franken von 0,7868 am Mittag. Auch der Euro konnte zum «Greenback» auf 1,1528 Dollar zulegen, nachdem die europäische Gemeinschaftswährung wenige Stunden zuvor noch 1,1511 Dollar gekostet hatte. Derweil notiert das Euro/Franken-Paar bei Kursen von 0,9056 leicht tiefer.

Im weiteren Wochenverlauf dürften dabei die geldpolitischen Entscheidungen der wichtigsten Notenbanken für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen. Die Erwartungshaltung gegenüber der US-Notenbank (Fed) wird laut Marktbeobachtern zunehmend restriktiv. Die hohen Energiepreise in Kombination mit einem starken Dollar dürften auch andere wichtige Zentralbanken zu einem straffen geldpolitischen Kurs zwingen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte derweil am Donnerstag am Nullzins festhalten.

Den Auftakt zur wichtigen Zentralbanken-Woche machte die australische Notenbank (RBA), die den Leitzins wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf 4,10 Prozent erhöht hat. Die Entscheidung fiel knapp (5:4 Stimmen) und wurde auch mit geopolitischen Risiken im Nahen Osten begründet, die den Preisdruck weiter erhöhen könnten. Die Inflation liegt mit 3,8 Prozent weiterhin deutlich über dem Ziel.

(AWP)