Der Euro sank ganz leicht auf 0,9294 Franken nach 0,9298 am späten Nachmittag. Zum Dollar ermässigte sich die europäische Gemeinschaftswährung weiter auf 1,1378 Dollar, nachdem sie wenige Stunden zuvor noch 1,1386 gekostet hatte. Am frühen Abend blieb das Dollar/Franken-Paar in einer engen Spanne mit Kursen von zuletzt 0,8168.

Der deutliche Anstieg der Ölpreise und die verschärften kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sorgen für Verunsicherung. Eine Verhandlungslösung ist nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump drohte mit einer Verschärfung des Konflikts. Nach Angriffen der Huthi-Miliz im Roten Meer hat Trump dem Iran und den Huthis im Falle einer erneuten Attacke mit Vergeltung gedroht.

Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent (159 Liter) stieg erstmals seit zwei Monaten über 100 Dollar je Barrel. Der als sicherer Hafen geltende US-Dollar war gefragt. Zudem wird Rohöl in Dollar gehandelt. Steigende Ölpreise führen also zu einer höheren Nachfrage nach Dollar. Zudem verfügen die USA über grosse eigene Rohölvorkommen.

Die EZB hatte am Nachmittag ihre Leitzinsen nach ihrer Ratssitzung wie erwartet nicht erneut angehoben, was zu einer Abschwächung des Euro führte. «Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen», sagte Präsidentin Christine Lagarde nach der Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt. Die Notenbank will weitere Konjunkturdaten abwarten und im September über eine mögliche Leitzinserhöhung entscheiden.

Die EZB sei mit dem aktuellen Zinsniveau gut aufgestellt, «um nicht auf jede Preisschwankung reagieren zu müssen und die Entwicklungen vorerst beobachten zu können», meint Andreas Bley, Chefvolkswirt des Bankenverbandes BVR. «Angesichts der Lage am Persischen Golf stehen die Zeichen aktuell auf eine Zinserhöhung im September.»

awp-robot/

(AWP)