Auch der Franken konnte sich zum Dollar von einer vorübergehenden Schwäche erholen und notiert aktuell unverändert gegenüber dem frühen Geschäft bei 0,8747 Franken. Wenig verändert tendiert auch das EUR/CHF-Paar mit 0,9625 nach 0,9616 Franken am Morgen.
Eine deutliche Abschwächung des Frankens in nächster Zeit sei nicht zu erwarten, meint Thomas Stucki, Anlagechef der St. Galler Kantonalbank. Die Inflation im Ausland sei viel höher als in der Schweiz. Dies dürfte den Franken grundsätzlich stärken und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Argumente geben, den Franken weiter aufwerten zu lassen.
"Die SNB ist einer der Hauptfaktoren, wenn es um den Franken geht", so Stucki. Sie habe im letzten Herbst damit begonnen, grosse Beträge an Devisen am Markt zu verkaufen. Sofern es die Marktbedingungen erlaubten, werde die SNB damit weiterfahren und so für eine stetige Nachfrage nach Franken sorgen. Die hiesige Währung werde somit im besten Fall stabil bleiben.
Wahrscheinlicher sei aber, dass die Kurse für Euro und US-Dollar langsam weiter sinken werden. "Die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro unter 95 Rappen sinkt, ist deutlich grösser, als dass die Parität wieder in Sichtweite kommt", glaubt Stucki.
Schwache deutsche Industrieproduktion
"Das unerwartet deutliche Minus bei der deutschen Industrieproduktion im Juni gibt einen Vorgeschmack auf die schlechten Produktionszahlen, die sich für die kommenden Monate abzeichnen", sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Seiner Einschätzung nach dürfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr weiter schrumpfen.
Dagegen stieg der Konjunkturindikator für die Eurozone des Analysehaus Sentix. Das Plus im August überraschte die Volkswirte, die mit einem erneuten Rückgang gerechnet hatten. Die Sentix-Experten verwiesen aber ausdrücklich auf die schwache konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. "Die grösste Volkswirtschaft in der Eurozone entwickelt sich zum kranken Mann Eurolands und belastet die Region erheblich", hiess es in der Mitteilung.
Warten auf US-CPI
Am Freitag hatten Signale einer Abschwächung des bisher sehr robusten US-Arbeitsmarktes den Dollar belastet und dem Euro im Gegenzug Auftrieb verliehen. Die Zahl der Beschäftigten war im Juli nicht so deutlich gestiegen wie erwartet. Die Beschäftigung spielt eine wichtige Rolle für die Geldpolitik in den USA. Ein starker Arbeitsmarkt sorgt für höhere Löhne, was die Inflation verstärken kann. Die US-Notenbank Fed versucht seit längerem, die hohe Inflation mit Zinserhöhungen in den Griff zu bekommen.
Zu Beginn der Woche brachte allerdings ein Mitglied der US-Notenbank weiter steigende Zinsen ins Spiel. Laut Redetext bekräftigte Fed-Gouverneurin Michelle Bowman bei einer Veranstaltung, dass eine weitere Erhöhung der Leitzinsen wahrscheinlich notwendig sei, um die Inflation wieder auf das von der Notenbank angestrebte Ziel von zwei Prozent zu drücken. Zuletzt hatte die Fed den Leitzins im Juli um 0,25 Prozentpunkte angehoben, die weitere Zinspolitik allerdings offen gelassen.
Auskunft über die US-Inflationsentwicklung gibt es am Donnerstag mit den Konsumenten- und am Freitag mit den Produzentenpreisen.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86163 (0,86193) britische Pfund und 156,21 (156,11) japanische Yen fest.
Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1935 Dollar gehandelt. Das waren 7 Dollar weniger als am Freitag./jsl/la/he/pre/cg