Das USD/CHF-Paar bewegt sich kaum von der Stelle. Es notiert aktuell mit 0,7912 wie schon den ganzen Vormittag leicht oberhalb der Marke von 0,79. Vor der Waffenruhe hatte der Kurs um die 0,80 notiert, nach der Waffenruhe phasenweise unter 0,79. Der Euro notiert zum Dollar gleichzeitig mit 1,1676 ein wenig höher als am frühen Morgen mit 1,1663. Das EUR/CHF-Paar tritt bei Kursen von 0,9238 mehr oder weniger auf der Stelle.

Dass der als sicherer Hafen geltende Dollar sich vom Vortagestief gelöst hat, hängt laut Analysten damit zusammen, dass die Euphorie über die Waffenruhe wieder etwas verflogen ist. «Ich wäre sehr vorsichtig, davon auszugehen, dass der Iran-Konflikt bald beendet wird», heisst es von der Commerzbank.

Nach Israels massiven Luftangriffen im Libanon droht der Iran, die gerade erst mit den USA vereinbarte Waffenruhe platzen zu lassen. Die USA müssten sich entscheiden - «entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben», schrieb Aussenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte.

PCE-Inflation im Fokus

Die am Vorabend veröffentlichten Protokolle der Fed-Sitzung vom März zeigten derweil, dass die meisten US-Notenbanker negative Auswirkungen des Iran-Kriegs auf den US-Arbeitsmarkt befürchteten. Insgesamt lag der Konsens aber unverändert bei einer Zinssenkung im laufenden Jahr.

Gleichwohl könnte das Thema Inflation und Leitzinsen wieder stärker in den Fokus rücken, sollte die Waffenruhe länger anhalten. Am Freitag gibt es in den USA Inflationszahlen, schon heute wird dort der PCE-Index veröffentlicht, das von der US-Notenbank bevorzugte Mass für die Inflation.

«Dass der PCE-Index auch anzieht, dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, schliesslich bleiben die Ölpreise im Moment noch 50 Prozent über dem Vorkrisenniveau und schlagen Preiseffekte auf Waren und Dienstleistungen erst langsam durch», sagt die Analystin der Commerzbank. Ihr Fazit: Möglicherweise sei in den Augen der Notenbanker dank der Waffenruhe «das Schlimmste» verhindert worden. Sie würden aber mit Sicherheit wachsam gegenüber Inflationsrisiken bleiben.

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(AWP)