Von einem «Alp-Alarm» schrieb die «Bauernzeitung» Mitte März in einer Meldung über die Personalsituation auf den Alpweiden. Auf den ersten Blick sieht es nicht alarmierend aus: Auf dem Stellenportal von Zalp waren im März gegen 100 Stellen ausgeschrieben, während sich die Stellengesuche in etwa die Waage hielten.
Von einem Notstand möchte der Zalp-Mitarbeiter und Rinderhirt Giorgio Hösli auf Anfrage von Keystone-SDA denn auch nicht sprechen. Aber: «Wir haben seit vielen Jahren einen Mangel vor allem an erfahrenem und gut ausgebildetem Personal.»
Um alle Stellen in der Sömmerungszeit ab Mai besetzen zu können, müssten ein Drittel mehr Stellengesuche als Angebote vorhanden sein. Viele Stellensuchende seien nämlich nur teilweise verfügbar, hätten falsche Vorstellungen und würden die Arbeit abbrechen oder hätten das falsche Stellenprofil, so Hösli. Dem Zeitgeist gemäss sei das «Durchbeissen» nicht die vorrangige Kompetenz von vielen Leiten, «die mal auf die Alp wollen».
Viele Mitarbeitende aus dem Ausland
Umso wichtiger seien Fachleute. Dem steht laut Hösli die hohe Fluktuation im Weg. Es sei eine Erfahrungswissenschaft, man müsse die Tiere kennen, Krankheiten rasch erkennen, Weidepflege erledigen und «wirklich guten Käse» machen können. Das lerne man nicht aus Büchern und in Kursen. Da sei es bedauerlich, dass ein zu kleiner Teil länger als drei Jahre dranbleibe.
Die Alpwirtschaft ist zunehmend auf Mitarbeitende aus dem Ausland angewiesen. «Man schätzt, dass etwa ein Drittel des des Personals aus dem Ausland kommt», so Hösli, vornehmlich aus Italien und Deutschland.
Leute aus dem Südtirol seien sehr geschätzt, weil viele über Erfahrungen verfügten und sie oft mehrere Jahre bleiben würden. Aus Deutschland und Österreich kämen viele Studentinnen und Studenten aus landwirtschaftlichen Hochschulen, die zumindest über ein gewisses Fachwissen verfügten.
Um die Situation zu verbessern ist es laut Hösli wichtig, den Arbeitsort Alp attraktiv zu gestalten. Unter anderem müssten Arbeitsmöglichkeiten ausserhalb der Sömmerungszeit geschaffen werden.
(AWP)
