«NZZ am Sonntag»:

Verteidigungsministerin Viola Amherd und Armeechef Thomas Süssli haben sich zuletzt nicht einig über die finanzielle Situation der Armee gezeigt. Amherd war einverstanden, dass die finanziellen Mittel für die Armee erst verzögert ansteigen, wie die «NZZ am Sonntag» einem vertraulichen Sitzungsprotokoll entnahm. Vor den Sicherheitspolitischen Kommissionen des Stände- und Nationalrats habe sie mehrfach Entwarnung gegeben. Süssli hingegen sehe die Verteidigungsfähigkeit der Schweiz in Gefahr. Systeme seien am Ende ihrer Lebensdauer und für die Erneuerung fehlten die finanziellen Mittel.

«NZZ am Sonntag»:

Das revidierte Militärgesetz sieht die Zwangsrekrutierung von IT-Personal auch in Friedenszeiten vor. Der neue Artikel 95 besage, dass die «Sicherstellung der Betriebsmittel in allen Lagen gewährleistet sein muss», wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Das revidierte Gesetz befindet sich noch bis Anfang März in der Vernehmlassung. Cyberangriffe und andere hybride Bedrohungen lösen laut der Zeitung noch keinen Verteidigungsfall aus. Daher wäre die Rekrutierung von IT-Personal und der Infrastruktur auch zu Friedenszeiten möglich. Die Zwangsmassnahmen müsste der Bundesrat im einzeln genehmigen.

«SonntagsBlick»:

Die Behörden von Aserbaidschan haben dem EVP-Nationalrat und Wahlbeobachter Nik Gugger die Einreise verweigert. Polizisten beschlagnahmten seinen Pass und verhinderten die Einreise, wie «SonntagsBlick» schrieb. Gugger reiste als Wahlbeobachter im Auftrag der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa nach Aserbaidschan. Die restlichen Mitglieder der Schweizer Delegation durften laut der Zeitung einreisen. Nach einem Flug in die Türkei erhielt Gugger seinen Pass zurück. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) werde über diplomatische Kanäle bei den aserbaidschanischen Behörden intervenieren. Weshalb Guggers Einreise verhindert wurde, war nicht klar.

«SonntagsBlick»:

110 Mitarbeitende der Bahn sind von Anfang 2021 bis Ende 2023 im Dienst verletzt oder getötet worden. Acht Mitarbeiter starben bei der Arbeit, wie «SonntagsBlick» aufgrund von Protokollen des Bundesamts für Verkehr schrieb. Unachtsamkeiten und Fehler waren demnach grösstenteils für die Unfälle verantwortlich. Sie hätten sich vor allem bei Arbeiten in der Nähe von Gleisen, beim Rangieren oder beim Verladen von Gütern ereignet. Die Häufung von Unfällen führten die SBB auf die vielen Baustellen zurück. Nach fünf tödlichen Unfällen 2022 sei eine externe Stelle beauftragt worden, die Sicherheit zu überprüfen. Das Bundesamt für Verkehr sieht laut der Zeitung weiter Handlungsbedarf, insbesondere im Sicherheitsmanagement.

«SonntagsZeitung» / «Le Matin Dimanche»:

Alt Bundesrat Ueli Maurer hat seinen Verzicht auf eine Intervention bei der Credit Suisse (CS) Ende 2022 verteidigt. Eine Rettung durch den Staat sei wenig realistisch gewesen, sagte er in einem in der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» veröffentlichten Interview. Ein Konkurs der CS sei sehr unwahrscheinlich gewesen, sagte Maurer. Eine staatliche Rettung der Grossbank hätte einen hohen Milliardenkredit bedeutet, den das Management der Bank gar nicht gewollt hätte, sagte Maurer. Das hätte zu einer Aufregung in der Öffentlichkeit gesorgt, der Bank aber wenig genützt. Vier Monate vor dem Untergang der CS sprach sich der Verwaltungsrat der Bank gegen einen Rettungsschirm des Bundes aus, wie die «SonntagsZeitung» schrieb.

«SonntagsBlick»:

Der Schweizer Tierschutz will fortan mit Transparenz das Vertrauen der rund 70 Sektionen und der Spenderinnen und Spender wieder herstellen. Die Entscheide des Zentralvorstandes sollen künftig klar kommuniziert und interne Vorgänge und Zahlen offengelegt werden, wie Piero Mazzoleni zu «SonntagsBlick» sagte. Er leitet den Verband bis eine Findungskommission eine neue Person für die Spitze gefunden hat. Er plane, den Verband ein Jahr lang zu leiten. dann stehe die nächste ordentliche Versammlung an, an der das Präsidium besetzt werden könne. «Es braucht jetzt Ruhe, die Streitereien müssen ein Ende haben», sagte Mazzoleni.

«SonntagsBlick»:

Der FC Zürich (FCZ) und fünf Fans haben einen Grundsatzentscheid zu Sperrungen einzelner Stadionsektoren im Schweizer Fussball gefordert. Sie legten Rekurs gegen die Sperrung der Südkurve im Zürcher Stadion Letzigrund ein, wie «SonntagsBlick» schrieb. Den neuen Kollektivstrafen fehle die rechtliche Grundlage, sagte FCZ-Präsident Ancillo Canepa der Zeitung. Es sei tatsächlich nicht klar, ob die neuen Sanktionen einer rechtlichen Prüfung standhielten, schrieb «SonntagsBlick». Die Sperrungen würden sich auf das Hooligan-Konkordadt der Kantone stützten. Das Bundesgericht habe aber entschieden, dass Massnahmen keine Strafaktion für Fans ausserhalb des Stadions darstellen dürfen.

«SonntagsZeitung»:

Ein radikaler Islam-Influencer hat sich mit drei Fussballspielern von GC getroffen. Die Spieler Elmin Rastoder, Florian Hoxha und Meritan Shabani schrieben unter ein auf den sozialen Medien veröffentlichten Beitrag: «Es war mir ein Vergnügen, dich kennen zu lernen, Bruder!», wie die «SonntagsZeitung» berichtete. Auf Fotos stehen sie neben Abdul Wahab. Der aus dem Libanon stämmige Amerikaner hat laut der Zeitung mehr als eine halbe Million Follower auf Youtube. Sein Vorbild sei Andrew Tate. Der britische Influencer, der in Rumänien wegen des Vorwurfs von Menschenhandel und Vergewaltigung angeklagt ist, wie die Zeitung schrieb. Die Fussballspieler und der Klub hätten sich nicht zum Treffen äussern wollen.

«SonntagsZeitung»:

Migros hat eine externe Anwaltskanzlei mit einer Untersuchung zu möglichen Interessenskonflikten ihres ehemaligen Handelschefs, Dieter Berninghaus, beauftragt. Zusätzlich zur Firma der Frau von Berninghaus beauftragte die Signa-Gruppe im Umfeld von Berninghaus eine weitere Beratungsfirma, wie die «SonntagsZeitung» schrieb. Die Schwyzer Firma Retail Capital Partners verdiente laut der Zeitung innert zehn Jahren über 135 Millionen Euro für ihre Beratungen. Ihr Chef, Hendrik Gottschlich, sei von Berninghaus 2012 in den Umkreis der Signa gebracht worden. Viele der Referenzen auf der Webseite von Retail Capital Partners, beispielsweise Globus, decken sich laut der Zeitung mit der Erwerbsbiografie von Berninghaus.

«NZZ am Sonntag»:

Der norwegische Strafprozess gegen den ehemaligen Präsidenten des Biathlon-Weltverbands, Anders Besseberg, hat auch die Zuger Sportvermartkungsfirma Infront in Bedrängnis gebracht. Im Verfahren geht es um Jagdreisen, die der Angeklagte mit einem früheren Managers von Infront unternommen hatte, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Infront soll die Ausflüge zeitweise finanziert haben. Die norwegische Justiz gehe der Frage nach, ob der Sportverband die Zuger Firma anschliessend in Verhandlungen begünstigt hatte. In Österreich laufe unter anderem gegen Infront Austria ein Ermittlungsverfahren wegen des Vorwurfs der Untreue und Korruption. Hinweise sprächen gegen eine Bevorzugung der Schweizer Firma: Sie habe sich etwa immer wieder erfolglos um Medienrechte bei Biathlonanlässen beworben.

(AWP)