Der letzte Rekord in Visp datierte mit 36,7 Grad vom Juli 1983, wie es beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) auf Anfrage von Keystone-SDA hiess. In Nyon VD gab es 35,6 Grad einen Junirekord, ebenso in Buchs SG mit 36,2 Grad. Dort war es erst gerade am Montag zu einem neuen Rekord gekommen.
Andernorts kam es zu Tagesrekorden: So kletterte das Thermometer in Elm GL auf 29,2 Grad. Dies sei die höchste je an einem 24. Juni gemessene Temperatur, so Meteoschweiz auf seiner Webseite. Auch in der Walliser Kantonshauptstadt Sitten kam es zum Rekord mit 34,4 Grad. Der alte an diesem Datum lag bei 34,3 Grad und wurde im Jahr 1967 gemessen.
Der Bund stufte am Mittwoch für Teile des Tessins die Hitzegefahr auf die Stufe 4 herauf, also «gross». Vorbei ist es mit der Hitze aber noch nicht, und sie betrifft auch immer mehr Regionen. Teils kommt laut Meteoschweiz auch noch die austrocknende Bise hinzu.
Waldbrandgefahr und gefährdete Fische
Wegen der anhaltenden Trockenheit und der erhöhten Waldbrandgefahr reagierten die beiden Appenzell und der Kanton Aargau mit Feuerverboten in Wäldern und in deren Nähe.
Teilweise lebensbedrohlich ist die Situation für Fische in kleinen Flüssen und Bächen, wie das Ausserrhoder Amt für Jagd und Fischerei mitteilte. Weil kleine Fliessgewässer nur noch wenig oder stellenweise gar kein Wasser mehr führen, steigen die Wassertemperaturen kontinuierlich an. Das Amt für Jagd und Fischerei führte deshalb in den vergangenen Tagen bereits mehrere Notabfischungen durch.
Aare-Temperatur knackt Rekord
In Bern knackte die Aare am Mittwoch eine historische Marke: Sie war so warm wie noch nie im Juni. Um 13.49 Uhr betrug die Flusstemperatur beim Marzilibad nach offiziellen Angaben 22,80 Grad. Der bisherige Juni-Messrekord wurde am 30. Juni 2025 mit 22,79 Grad erzielt. Am 30. Mai hatte die Aare erstmals in diesem Jahr die 20-Grad-Grenze überschritten - so früh wie noch nie seit 1975.
Die hohe Temperatur der Aare könnte für das Atomkraftwerk Beznau im Aargau zum Problem werden. Wenn die Aare nicht abkühle, nehme man am Freitag das Atomkraftwerk vom Netz, teilte die Stromversorgerin Axpo mit. Die Massnahme diene dem Schutz des Ökosystems. Bereits seit Dienstag laufen die beiden Reaktoren nur mit der halben Leistung.
Die Hitze hat auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Wenn die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, kommt es vermehrt zu Störungen. Zudem können sich bei grosser Hitze die Gleise verformen oder Fahrleitungsstörungen auftreten. Bei den SBB und der BLS kam es in den letzten Tagen zu vereinzelten Verspätungen und Ausfällen, der Betrieb laufe aber insgesamt stabil.
Auswirkungen auf die Gesundheit
Die Hitze macht teilweise auch den Spitälern zu schaffen: Das bekam das Universitätsspital Zürich zu spüren. Es verzeichnete zehn Prozent mehr Patientinnen und Patienten seit Beginn der Hitzetage, wie es auf Anfrage von Keystone-SDA mitteilte. In den meisten Fällen hätten die Patientinnen und Patienten zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen, sich bei den hohen Temperaturen zu stark körperlich betätigt, sich zu lange in der Sonne aufgehalten oder hätten bereits Vorerkrankungen.
Bis nächsten Montag wird keine Abkühlung erwartet. Die Warnungen von Meteoschweiz gelten für die Niederungen unterhalb von 800 Metern im Norden und unterhalb von 600 Metern im Süden. Am Freitag und Samstag könnten an einigen Orten die Juni-Rekorde geknackt werden. Lokal seien Temperaturen bis 38 Grad möglich, schrieben Wetterdienste.
(AWP)
