Für Indien berichtete der Geschäftsführer der dortigen Aussenhandelskammer, Stefan Halusa, dagegen von einer jungen und konsumfreudigen Bevölkerung. Das zeige sich bei Autokäufen, aber auch bei Elektronik-Anschaffungen. «Es ist nicht mehr nur das Einstiegssegment, das besonders beim Konsum wächst, sondern das mittlere und das obere Segment wachsen teilweise stärker», sagte Halusa. Indien investiere zudem viel Geld in die Infrastruktur, regelmässig würden neue Bahnstrecken in Betrieb genommen oder Flughäfen gebaut. «Wenn es darum geht, eine Ergänzung zu China zu finden in Bezug auf Marktgrösse und Marktpotenzial, dann ist Indien mit grosser Sicherheit eines der Länder, das sich die Unternehmen als allererstes anschauen sollte», so Halusa.

Insgesamt erwarten 22 Prozent der 3600 befragten deutschen Unternehmen im Ausland, dass sich die konjunkturelle Lage an ihren Standorten verbessern wird. 28 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Im Frühjahr waren die Erwartungen der Unternehmen noch etwas besser.

Auffällig ist, dass die im Ausland aktiven deutschen Unternehmen die Geschäftslage tendenziell besser einschätzen als jene Unternehmen, die an der DIHK-Konjunkturumfrage für Deutschland teilgenommen haben. Gleiches gilt für die Investitionsabsichten. Treiers Ansicht nach hat sich der Standortwettbewerb und ein «gewisser Subventionswettlauf» weltweit verstärkt. «Die deutschen Standorte haben dabei im Moment nicht die besten Karten», meinte er. Die Unternehmen kämpften zwar auch im Ausland mit einer schwierigen Konjunkturlage, «allerdings mit weniger strukturellen Herausforderungen als hierzulande»./nif/DP/jha

(AWP)