Bis um 12.40 Uhr notieren DocMorris 6,3 Prozent höher auf 42,66 Franken, während der Gesamtmarkt (SPI) 1,2 Prozent verliert. Damit knüpfen die Titel an den Anstieg im laufenden Jahr an. Bis zum (heutigen) Donnerstag stand heuer ein Plus von 57 Prozent zu Buche. Im Vorjahr hatten die Titel infolge erneuter Enttäuschungen um das E-Rezept allerdings 90 Prozent eingebüsst und die Kurse aus dem Frühjahr 2021 bei über 500 Franken liegen noch in sehr weiter Ferne.
Redcare Pharmacy (ehemals Shop Apotheke) übertraf im zweiten Jahresviertel dank einer klaren Umsatzbeschleunigung die Erwartungen. Der Erlös stieg zum Vorjahr um 47 Prozent auf 421 Millionen Euro, wie das im MDax kotierte Unternehmen mitteilte. Die Zahl der aktiven Kunden wuchs im zweiten Quartal um rund 400'000 auf 10,1 Millionen - im Jahresvergleich ein Plus von 1,5 Millionen.
Am Markt wird dies wohl so gedeutet, dass auch bei DocMorris die Umsätze wieder angezogen haben. Die Thurgauer Versandapotheke ist wie Redcare Pharmacy vor allem vom E-Rezept in Deutschland abhängig. Die deutschlandweite Umsetzung des elektronischen Ärzterezepts soll die Umsätze der beiden Konkurrenten in den kommenden Jahren in neue Höhen katapultieren. Zuletzt gab es diesbezüglich positive Nachrichten. Seit dem 1. Juli gibt es für deutsche Patientinnen und Patienten nämlich die Möglichkeit, das E-Rezept per Krankenkassen in Apotheken einzulösen. Und bis Ende Juli sollen laut dem deutschen Gesundheitsministerium 80 Prozent der Apotheken diesen neuen Weg per Karte anbieten.
Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach versucht zumindest seit Längerem eine rasche Verbreitung des neuen Verfahrens zu befeuern. "Das E-Rezept macht Verordnung und Abgabe von Medikamenten sicherer, schneller und einfacher", sagte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Nutzung werde zwar langsam anlaufen, weil sich die Praxen daran gewöhnen müssten. "Mit dem neuen Einlöseweg über die Versichertenkarte wird das E-Rezept aber praxistauglich und Standard."
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte allerdings kürzlich auch vor falschen Erwartungen gewarnt und Lauterbach gar eine "unglückliche" Kommunikation unterstellt. Denn noch seien die Details unklar, wie das E-Rezept in Verbindung mit der elektronischen Gesundheitskarte eingelöst werden könne, so der Verband.
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