Daneben sollen auch Projekte zum Gedenken an die Opfer und die Tragödie oder Brandschutzpräventionsmassnahmen unterstützt werden, wie der Walliser Staatsrat am Dienstag in einer Mitteilung schrieb.

Der Stiftungsrat besteht aus neun Mitgliedern, «Persönlichkeiten, die für ihre Fachkompetenz und ihr Engagement bekannt sind, insbesondere in den Bereichen Medizin, Opferbetreuung und menschliche Begleitung», heisst es in der Mitteilung des Kantons weiter. Zu den Mitgliedern gehört auch ein Vertreter der Familien der französischen Opfer. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Ernennung seines italienischen Pendants.

Den Vorsitz übernimmt die ehemalige Aargauer Bundesrätin Doris Leuthard. «Sie ist eine anerkannte, kompetente und geschätzte Persönlichkeit», sagte Regierungspräsident Mathias Reynard zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Leuthard habe die Anfrage sofort angenommen und werde von Vertretern der Schweizer, italienischen und französischen Familien sowie von Persönlichkeiten aus Medizin, Recht und Wirtschaft unterstützt.

Fast 17 Millionen Franken an Spenden

Um den Betrieb der Stiftung zu gewährleisten, plant der Kanton Wallis, ihr ein Startkapital von einer Million Franken zur Verfügung zu stellen, das aus dem Fonds der Lotterie Romande stammt, der dem Staatsrat für Solidaritätsaktionen zur Verfügung gestellt wird.

Das Vermögen der Stiftung wird auch aus Spenden von öffentlichen Körperschaften, Privatpersonen und anderen Organisationen bestehen. Derzeit belaufen sich die Spendenzusagen auf rund 17 Millionen Franken, darunter die 10 Millionen Franken, die der Staatsrat beisteuern will. Dieser Antrag wird vom Grossen Rat in der März-Sitzung behandelt werden.

Die Stiftung wird die Verteilung der Spenden unabhängig sicherstellen. Bevor die Stiftung mit dem Namen Beloved offiziell gegründet werden kann, werden die Stiftungsstatuten den Vertreterinnen und Vertretern der Opferfamilien, den wichtigsten privaten und öffentlichen Gönnerinnen und Gönnern sowie dem Bund vorgelegt, um ihre Meinungen und Vorschläge einzuholen.

Rund 50 Brandopfer weiter in Spitälern

Fast acht Wochen nach dem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana werden 21 Verletzte weiterhin in Schweizer Spitälern behandelt. Neun von ihnen befinden sich in einer Rehabilitationsklinik. 28 Opfer werden zudem weiterhin im Ausland behandelt, darunter auch elf Schweizer Staatsangehörige, wie der Nationale Verbund Katastrophenmedizin (Katamed) am Dienstag auf Anfrage von Keystone-SDA mitteilte.

Bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana in der Silvesternacht kamen 41 meist sehr junge Menschen ums Leben, 115 wurden verletzt.

Französische Zeugen sollen aussagen

Im Rahmen der Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana wird die für den Fall zuständige Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis in Kürze ein Rechtshilfeersuchen an die Staatsanwaltschaft von Paris richten. Vier französische Zeugen sollen befragt werden.

Einer von ihnen ist ein 28-jähriger Kellner, der eine Arbeitskollegin mit einem Helm auf den Schultern trug, die bei dem Brand in der Silvesternacht ums Leben kam. Sie soll den Brand unbeabsichtigt verursacht haben, indem sie eine Champagnerflasche mit einer pyrotechnischen Kerze an die Decke hob, woraufhin diese Feuer fing. Sie soll nicht gewusst haben, dass die Decke nicht feuerfest war.

Die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, hat die Staatsanwälte von Rom im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana offiziell nach Sitten eingeladen. Der Termin für dieses Arbeitstreffen steht noch nicht fest.

Die italienische Delegation wird laut Pilloud Zugang zu allen bisher gesammelten Unterlagen erhalten. Am vergangenen Donnerstag hatte sich Pilloud in den Räumlichkeiten des Bundesamtes für Justiz in Bern mit dem Generalstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Rom, Francesco Lo Voi, getroffen. Dabei wurde eine verstärkte Koordination zwischen der Schweiz und Italien im Rahmen der Ermittlungen zum Brand in Crans-Montana vereinbart.

(AWP)