Estland, Lettland und Litauen grenzen an Russland und dessen Verbündeten Belarus. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in den drei Staaten gegeben. Bei ukrainischen Angriffen waren zuletzt wiederholt fehlgeleitete unbemannte Flugkörper in den Luftraum der EU- und Nato-Mitglieder eingedrungen und teils abgestürzt. Kiew hatte mit ihnen Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen.

Unbelegte Vorwürfe und Drohungen aus Moskau

Moskau gibt den Balten daran eine Mitschuld. Ohne jeden Beleg beschuldigte Russland die baltischen Staaten, ukrainische Drohnenangriffe zu unterstützen und ihren Luftraum und ihr Staatsgebiet dafür zur Verfügung zu stellen. Lettland drohte es sogar unverhohlen mit Vergeltung.

Die baltischen Staatschefs betonten, dass Russland der Aggressor sei und die Ukraine jedes Recht habe, sich zu verteidigen. Niemals aber hätten die drei Länder der Ukraine erlaubt, ihr Staatsgebiet für Verteidigungsschläge gegen Russland zu nutzen.

Was an der Ostgrenze geschehe, sei keineswegs nur ein Problem der baltischen Staaten, sondern ein Test für die Sicherheit der gesamten EU, sagte der litauische Präsident Gitanas Nauseda nach dem Gespräch mit von der Leyen mit seinen Amtskollegen Alar Karis (Estland) und Edgars Rinkevics (Lettland).

Estland, Lettland und Litauen sind enge Partner und Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt. Die Regierungen in Tallinn, Riga und Vilnius unterstützen die Ukraine militärisch, finanziell und humanitär./awe/DP/men

(AWP)