Comer ergänzte zugleich, dass er schon immer vorgehabt habe, im Verlauf der Ausschussarbeit auch die Opfer zu hören. Einen Zeitpunkt nannte er aber nicht. Einige der Opfer seien bereit auszusagen, die meisten jedoch nicht. Er stehe seit Monaten mit Anwälten der Betroffenen im Austausch, sagte Comer.
Bei einem Auftritt im Weissen Haus hatte die US-amerikanische First Lady den Kongress aufgefordert, Opfer des Sexualstraftäters unter Eid Aussagen zu lassen. «Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen.» Ihr Auftritt führte zu Spekulationen über den Grund ihres Statements. Melania Trump betonte darin zunächst, dass sie kein Opfer Epsteins gewesen sei. Sie sagte auch, dass sie nie engere Freunde gewesen seien. Sie sprach von falschen Behauptungen, die aufhören müssten. Konkreter wurde sie nicht.
Multimillionär Jeffrey Epstein aus New York hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 war Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis gestorben. Mit dem Skandal beschäftigt sich auch das US-Parlament, der Kongress.
Eine Gruppe von Opfern kritisierte in einem Statement die Forderung der First Lady. Die Opfer betonten, man habe sich bereits geäussert und aussergewöhnlichen Mut bewiesen. Die Forderung sei nur eine Ablenkung. Die Aufmerksamkeit werde vom Justizministerium weggelenkt, das sich etwa für zurückgehaltene Ermittlungsakten verantworten müsse./rin/DP/he
(AWP)
