Fico bezeichnete die Aufforderung jedoch als «absolut inkorrekt gegenüber der Slowakei» und schloss nicht aus, die Preisregulierungen zu verlängern. Fico forderte die EU-Kommission auf, anstelle von Strafandrohungen gegen die Slowakei mehr Druck auf die Ukraine auszuüben, damit diese die Durchleitung von russischem Erdöl wieder ermögliche. Dann wären die slowakischen Regulierungsmassnahmen gar nicht notwendig, argumentierte Fico.

Ein Sprecher der EU-Kommission hatte die Massnahme bereits als «in hohem Masse diskriminierend» bezeichnet und rechtliche Schritte angekündigt. Die EU-Staaten müssten ihre Massnahmen koordinieren.

«Erdöl-Notstand» als Begründung für höhere Ausländer-Preise

Die Regierung in Bratislava hatte am 18. März eine vorerst für 30 Tage gültige Rationierung von Diesel und Benzin beschlossen. Zugleich führte sie höhere Spritpreise für Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen ein, um Tanktourismus aus den Nachbarländern zu verhindern. Das begründete sie damit, dass die Versorgung derzeit nur dank staatlicher Notreserven überhaupt aufrechterhalten werden könne.

Schon kurz vor Beginn des Iran-Kriegs hatte die Regierung einen «Erdöl-Notstand» ausgerufen, weil seit Ende Januar kein Erdöl mehr durch die Druschba-Pipeline über die Ukraine aus Russland fliesst. Von den russischen Öllieferungen ist die Slowakei noch immer weitgehend abhängig und hat daher eine auch mit Kiew vereinbarte Ausnahme von den EU-Sanktionen gegen Russland zugestanden bekommen.

Nach ukrainischer Darstellung ist die Druschba-Pipeline jedoch durch russische Drohnenangriffe beschädigt. Das bezweifeln Ungarn und die Slowakei und verlangen bisher vergeblich eine unabhängige Inspektion der Pipeline./ct/DP/he

(AWP)