Die Lufthansa-Aktie lag nach dem Dienstagmittag in einem freundlichen Dax 1,1 Prozent im Plus bei 7,85 Euro. Wieder etwas gesunkene Ölpreise liessen einige Anleger bei den Papieren zugreifen. Vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs lag der Kurs allerdings noch deutlich höher bei über 9 Euro.
Allein an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München musste Deutschlands grösste Fluggesellschaft für Dienstag mehr als 900 Starts und Landungen absagen. Starts des am Montag erstmals bestreikten Lufthansa-Ferienfliegers Eurowings fanden hingegen in Berlin, Düsseldorf und weiteren Flughäfen wieder planmässig statt. Im Streit um die Betriebsrenten der Piloten wurde auch die Lufthansa Cargo bestreikt.
Fünfte Streikwelle zum Festakt
Mit der fünften Streikwelle des fliegenden Personals ab Mittwoch wird auch der für diesen Tag geplante Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa überschattet. Die Gewerkschaften planen eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen. Zu der Lufthansa-Veranstaltung im neuen Besucherzentrum des Unternehmens werden unter anderen Bundeskanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU) erwartet.
Zwischen den Tarifparteien sind die Fronten weiterhin verhärtet. Während die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit Angebote zu den strittigen Fragen um Betriebsrenten und Einkommen verlangt, lehnt das Management jedwede Kostensteigerungen bei der ertragsschwachen Kern-Airline ab. Jeder Streik verkleinere die betroffene Fluggesellschaft, hatte Personalchef Michael Niggemann gewarnt.
Ähnlich ist die Situation bei der Kabinengewerkschaft Ufo, die für bessere Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag streikt und für die Beschäftigten der Cityline einen Sozialplan erreichen will. In einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstag) hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr klargemacht, dass Vorstand und Aufsichtsrat an der beschlossenen Strategie festhalten: «Wir operieren Flugzeuge ausschliesslich dort, wo sie Wert generieren.»/ceb/DP/men
(AWP)

